Mit der Eleganz eines Zombies

„Auuuufstehhn aaaber ich bin soo müüdee“….“Ach Katze, hööör auf, dein fresssseeen kommmt erssst iiin einer Stuuunde“-  Die Morgen danach fangen ungefähr so an.

Meine Körperspannung ist kaum messbar und die Katze ist hell wach. Die Sonne scheint ins Fenster meine Schwitzattacke beginnt und ich konnte wegen meines trockenen Mundes und den gefühlten hundert Toilettengängen in der Nacht kaum schlafen.

7 Uhr Morgens gefühlte 30° und eine Chemo im Körper die einem das Gefühl gibt nicht mehr sich selbst zu gehören. Ich bin ganz schön Platt. Am Dienstag war es „endlich“ wieder soweit. Endlich, weil man ja doch auf eine Heilung hinaus will und weil meine zweite Runde um ein paar Tage verschoben wurde. Meine Leukozyten-Weißen Blutkörperchen waren zu wenig.

Die meisten sagen, die Chemo wirkt erst gegen Abend. Ich werde schon gegen Nachmittag niedergestreckt. An mir ist auch nicht so viel dran, dass es noch länger auf sich warten ließe. Man kann sich das so vorstellen, als würde man 10 Kilo mehr an jedem Körperteil tragen. Einen Kater ohne Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit haben oder eine Grippe ohne Symptome. An sich klingt das gut aber fühlt sich trotzdem ziemlich eklig an. Man ist nicht richtig müde, kann sich aber kaum bewegen.

Am Mittwoch blieb morgens die extreme Plattheit aus. Ich musste auch noch zur Apotheke und mir eine Leuko-Spritze abholen. Die wird wie bei Diabetes einfach in eine Bauchfalte gespritzt. Wenn mein Leukozytenpegel zu niedrig ist, springt dann das Medikament ein und unterstützt die Produktion der Weißen Blutkörperchen im Knochenmark.

Was mich am meisten an meinen Nebenwirkungen nervt, ist das Platt sein. Müde, schlappe Arme, nicht schneller als 5 km/h gehen. Mit der Eleganz eines Zombies aus den 68er Jahren. Die Wärme ist da natürlich eine schlechte Kombination und ich rieche nach meiner Chemo, es ist so eklig -.-. Wer schon mal Antibiotika genommen hat kennt das ein wenig. Also manchmal kann ich mich selbst nicht mehr riechen- Duschen hilft. jedenfalls aber eklig ist es trotzdem. Mein Magen drückt leicht, ist aber nicht so schlimm wie am Anfang mit den Antibiotika für meinen Scotty.

„Schreeiben aber waas?“ -DENKPAUSE- „Schlaaafeen“

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