Der Himmel ist blau, auch wenn ein Teil meines Körpers verrückt spielt!

Plötzlich Krebs!

Und damit meine ich kein plötzlichen Sternzeichenwandel.

Aus einer Vorahnung wird eine Befürchtung, wird ein Verdacht, wird eine Vermutung, wird eine Bestätigung.

HimmelDoch wie behält man die Lebensfreude um jeden Tag auf’s Neue ein unausgesprochenes „Ja“ zu empfinden? Es ist gar nicht so einfach. Ich habe zu diesem Beitrag gerade meinen vierten Versuch gestartet, nicht meine Leidensgeschichte am Anfang der Therapie wiederholt zu beschreiben um auf dem Punkt zu bleiben.

Auf der Suche nach dem Glück ist man wahrscheinlich auf dem Holzweg Wird doch allen suggeriert, dass wirkliches Glück selten ist. Es geht vielmehr um das Glücklich sein. Für mich beinhaltet das Zufriedenheit und Lebensfreude, jeden Tag etwas zu finden das mein Leben bereichert.

Viele finden es bewundernswert wie ich damit umgehe und fragen sich woher ich diese Kraft nehme. Um ehrlich zu sein, frage ich mich das ebenfalls. Ich weiß es nicht. Sie ist einfach da. Und durch diese Bestätigung, weiß ich dass es einfach der richtige Weg ist.

Ich lasse mir halt das alltägliche Glücksempfinden nicht nehmen. Musik ist ein Teil davon. Ich könnte nicht ohne Sie. Auf dem Weg in die Stadt ein Muss. Es sind die Melodien von Liedern, die Kompositionen, die Verschmelzung von Stimme und den Instrumenten, die Einsätze von den verschiedenen Parts und im Besonderen auch die Texte. Da spielt das Genre nur eine begrenzte Rolle.

Ebenfalls zu meinem „ich fühle mich gut“, gehört das gut fühlen im eigenen Körper. Ich glaube da brauche ich keinem was neues erzählen, wenn ich sage, dass das eigene Körperempfinden durch den Wolf gedreht wird. Da ist nicht nur die Verhärtung in der Brust, die zu spüren ist, sondern auch die Veränderung des Äußeren. Schließlich fallen mit der ersten Chemo-Session, die Haare aus. Bin ich noch attraktiv und fühle ich mich auch so? Da hilft es manchmal nicht attraktiv auszusehen, wenn man sich nicht so fühlt. Je nachdem wie ich mich kleide, finde ich mich auch attraktiv. ^^ Aber meistens fühle ich mich einfach nach „Mich“ an. Je nachdem was ich an habe binde ich mir ein Kopftuch, trage eine Mütze oder gehe Oben ohne. Ich schminke mich und kleide mich wie eh und je Bunt, Schwarz oder Schwarzbunt.

Lebensgefühl kommt nicht von alleine, man muss es sich selbst holen! Ich will mich nicht selbst oder mein Leben aufgeben. Warum auch, ist ja nichts verloren.

Ich glaube ein dritter und wichtiger Punkt ist es, sich nicht in worst-case- Szenarien zu verlaufen. Vor allem da wo keine sind. Krebs ist zwar immer noch sehr ernst zunehmen aber nicht mehr so schwierig zu behandeln wie vor 30 Jahren. In meinem Fall lege ich mich in die Gewissheit, dass die Heilung auch eintreten wird. Die Forschung ist beachtlich weit gekommen und in Bezug zu Brustkrebs ebenfalls sehr erfolgreich.

Oh und Vertrauen…Vertrauen, dass alles gut wird. Manche finden das im Glauben, ich finde es in mir und was ich mein Leben nenne. Ich denke, das hängt auch stark mit den eigenen Erfahrungen zusammen und wie man mit bisherigen Krisen umgegangen ist. Aber wenn man sich ein wenig  realistisch behält, an die Heilungschancen glaubt und sich nicht fallen lässt schafft man auch das!

Offenheit ist ein Schlüssel zur Tür der Kraft. Raus was raus muss. Es hilft mir ungemein meine Krebserkrankung als Teil meines Alltags und meiner Normalität zu sehen und zu akzeptieren. Manchmal verspüre ich mehr den Wunsch es offen zu zeigen, als es hinter einem Tuch zu verstecken.

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Eine Antwort zu Der Himmel ist blau, auch wenn ein Teil meines Körpers verrückt spielt!

  1. Andrea schreibt:

    Erinnert mich an mein Buch, welches Du im Studium gelesen hast: „Im Himmel warten Bäume auf Dich!“, wo der kleine Jacob in seinem unerschütterlichen, freudigen Kindsein sagt: „Heute ist ein schöner Tag!“ – und „Der Himmel ist blau […]!“

    Gefällt 1 Person

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