Das Leben leben- der Tod wartet eh hinter der nächsten Ecke

Onko„Nächstes Jahr, kannst du wieder deine Freunde von fern besuchen!“

„Ich wünsche mir nichts zu Weihnachten, ich wünsche mir nur, dass wir alle Gesund werden“

Ich sage mit vollem Herzen NEIN!: Ich will nicht auf die schönen Momente warten bis sie kommen!  Als würde die Welt stoppen, und man selbst wartet gebannt, dass sie sich weiter dreht. Die Diagnose Krebs bewirkt, dass das Leben auf den Kopf gestellt wird. Darauf zu warten, dass die Ordnung wieder hergestellt wird, ist Lebensverschwendung. Vor allen Dingen werde ich nicht glücklich, wenn ich mich meiner Situation hingebe. Kämpfen und Stark sein heißt eben auch, sich die Kraft in den kleinen Dingen zu holen. Das ist das spontane Besuchen meiner Freunde. (Ich werde nochmal mit meiner Onko-Ärztin wegen Reisen sprechen). Heute war es zum Beispiel soweit! Ich habe mich relativ spontan mit einer Freundin in Rostock getroffen. Dort wurde ein Symposium zum Thema Bewältigung von Krebserkrankungen im Jugend- und jungen Erwachsenenalter durchgeführt. (Davon später mehr)

Dem Thema Krebs zu entkommen ist schier unmöglich, besonders wenn man selbst betroffen ist. Warum dann nicht einfach die Gelegenheit beim Schopfe packen und dort die besagte Freundin treffen. Die ganze Organisation hat vielleicht 2 Tage gedauert. Chemo um 2 Tage verschoben und sich beim Symposium anmelden: Danke an die Tagesklinik, dass es so problemlos geht. Da verliert man das Gefühl, Sklave seiner Therapietermine zu sein! Das befreit total!

Dann gibt es natürlich derzeit das alljährliche Thema Weihnachten und Geschenke. Meine Familie sieht es da eher so: Wir schenken uns nichts mehr. Ich war da schon vor meiner Diagnose der Vertreter der kindlichen Tradition, dass Geschenke einfach dazu gehören. Jetzt mit meiner Diagnose festigt sich das ungemein. Vor allen Dingen, seien wir doch mal realistisch und ehrlich, wird es im Leben immer irgendwann kommen, dass man mal krank wird. In dieser Phase auf etwas zu verzichten, dass einen sonst so viel Freude bereitet hat, würde meine Lebensqualität ungemein einschränken. Das bezieht sich sowohl auf das beschenkt werden und andere zu beschenken. Die Freude, jemandem anderen eine Freude zu bereiten ist etwas schönes. Vor allem wenn es von Herzen kommt. Und warum darauf warten dass es schöner/besser wird, wenn man sich genau dann zu diesem Zeitpunkt sein Leben trotz Schwierigkeiten schön gestalten kann. Man lebt nur einmal.

Leider kommt da die Zeitlosigkeit, Arbeit, Kinder und Familie dazwischen, so dass das Geschenke- Suchen und -Finden bei dem ein oder anderen zur Qual wird. Hier muss ich klar sagen 😀 Ich habe da ganz andere Prioritäten und warum quälen, wenn man es auch gemütlich angehen kann. Vielleicht muss man auch einfach nur seine Erwartungen und Ansprüche herunter schrauben.

In diesem Sinne freue ich mich auch über eure Meinung.

Liebe Grüße eure Onko!

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