Connected

Ich saß heute nach ca. 9 Stunden Schlaf am Wohnzimmertisch meiner Eltern und hätte meinen Kopf auf die Tischplatte hauen können. Tat ich aber nicht, denn ich weiß der Schmerz wäre spürbar gewesen. Wobei spürbar wäre eine wunderbare Connection um mich und meinen Körper zu erden. Denn über meinen Körper mache ich mir schon mein ganzes Leben lang Gedanken und verfluche  diese Wertigkeiten des Lebens- was eigentlich als schön empfunden wird. Denn jetzt kommt nicht nur mit meinem (Weniger)-Gewicht, das Brustproblem dazu. Natürlich muss das alles kein Problem werden, aber derzeit nehme ich schonmal im voraus Abschied von meiner Linken Hupe. IMAG0548[1]

Meinen Körper spüre ich natürlich immer noch. Während also ein Chaos in meinem Kopf vorherrscht bin ich eigentlich von zwei Dingen überwältigt. Von den Kontakten, die ich in den letzten Tagen geknüpft habe und noch werde sowie der immer näher rückenden OP. Damit verknüpft eine mögliche Disconnection zu meiner linken Brust. Denn mein Chirurg konnte mir leider nicht versprechen, dass sie genügend Haut für einen Aufbau zur Verfügung haben. Das liegt daran, dass der Tumor zu dicht unter der Hautoberfläche sitzt. Ein genaueres Ergebnis kann nur der Pathologe sagen. Meine Psychologin, – eine weitere Connection die ich nun habe- hat mir gesagt, dass es gut ist wenn man es als eine Phase betrachtet und nicht als Endzustand. Ich denke vor allem im Kopf sollte man sich kein Endszenario vorstellen, sondern dahin gehen, dass man sich selbst neu entdecken kann und es irgendwie ins positive umwandelt. Ich versuche es so zu nehmen wie es kommt, bzw. wie es geht, denn der Abschied ist unausweichlich. Ich lasse mir sogar offen, wenn der eine Busen nicht erhalten werden kann und halb und halb mir optisch zu viel zusetzt, dass ich beide Brüste abnehmen lasse. Ehrlich dann tatsächlich oben ohne- einheitlich. Aber das kann ich natürlich erst nach der OP entscheiden und da werde ich sicherlich am kommenden Dienstag noch mit meiner Psychologin und meinem Freund drüber reden. Es ist ja noch nichts entschieden und auch noch nichts passiert. Also EASY (mir einred)!

Puh- das musste raus- mal wieder. Zurück zur Connection- während ich mich losgelöst fühle, bin ich heute Vormittag um 11 Uhr aufgewacht und hatte einen Anruf meiner ehemaligen Chefin auf dem Anrufbeantworter. Sie wollte mal hören wie es mir geht und es wäre schön, wenn ich mich morgen Vormittag bei ihr melde! Wow, ist das nicht schön? Nagut, wenn man keinen guten Stand mit der ehemaligen Chefin hatte, könnte das auch nichts gutes heißen XD. Ich finds irgendwie überraschend, schön.

Gestern bin ich durch Amerika gereist- Los Angeles, Las Vegas und ein paar Naturschutzgebiete, dessen Namen ich schon wieder vergessen habe. Alles bildlich vor meinen Augen mit einem ähnlichen Gespür für die Strapazen die meine Gastgeber erlebt haben. Ich war zu Besuch bei Freunden, hier in meinem Heimatort und doch so weit weg. Vor einem 3/4 Jahr hätte ich nie gedacht, dass ich je bei ihnen im Wohnzimmer, bei einem krassen selbstregulierden Holzofen, sitzen würde. Davor traf ich meine Schulfreundin und reiste mit ihr in die Türkei zu ihrer Familie und lernte ein Stück Vater kennen, den ich nie kennenlernen konnte. Ich darf sogar weiter zurück gehen! Mit dem Zug bin ich anstatt in den Süden zu fahren nach Korea gereist. Ich habe tatsächlich mit einer Opernsängerin im Abteil gesessen. Ich kann euch sagen Kaffee schafft tatsächlich schöne Momente. Das war also die Coffee-Connection. Es waren die großen Bühnen Berlins, die anstrengende Lehre in Korea sowie der gefühlte Druck von Japan auf das Land. Besonders waren aber die kommunikativen Hürden die ich erlebt habe, warum Deutsch einfach eine schwierige Sprache ist. Naja und ganz Nebenbei lernt man einen ganz tollen Menschen kennen. Zugfahrten sind dafür einfach wunderbar. So habe ich vor gut 2 Wochen mit einer Austauschstudentin aus Portugal, Ungarn, Wien und ihre Heimat bereist. Alles in anderthalb Stunden.

Morgen geht es in den Norden zu guten alten Freunden wieder connecten. Wir haben uns bestimmt seit 2-3 Jahren nicht mehr gesehen.

Ich weiß nicht wohin meine eigene Reise geht, in der Zwischenzeit werde ich einfach alles mitnehmen was ich mitnehmen kann. Da fühle ich sogar eine Connection zu meinen Followern oder zu einem geheimen Bund verschiedenster Blogger 😀 (verschwörerisch murmel). Ich blogge schon seit paar Jahren, hänge mich mal wieder zu viel überall rein und am Ende merke ich, ich habe mich mal wieder übernommen. Im Moment ist mir das EGAL. Ich nehme was ich kriegen kann, wenn es dann tatsächlich zu viel ist, trennen sich eben wieder unsere Wege und mit den wichtigstens Menschen bleibe ich in Kontakt!

Danke für die tollen Möglichkeiten und die Connection 😀

Liebe Grüße

eure heute viel zu sentimentale

Onko

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2 Antworten zu Connected

  1. Kiki schreibt:

    Hm. Das ist ja mal wieder ein ganz durchwachsenes Gefühlschaos.. Aber ich denke, ich weiß was Du mit dem „einheitlichen“ Abnehmen Deiner Brüste meinst. Ich habe mir nämlich auch so meine Gedanken darüber gemacht, ob es nicht doch besser gewesen wäre, wenn ich mir einfach beide Seiten hätte abnehmen und nicht wieder aufbauen lassen. (Und ich bin mir da ehrlich gesagt immer noch nicht so ganz sicher!)
    Wie war denn das Gespräch mit Deiner ehemaligen Chefin?
    Schön, dass Du durch so viele Länder reisen konntest! In so einer kurzen Zeit! 🙂

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  2. onkobitch schreibt:

    Das Gespräch war super 😀 Sie hatte ein Job-Angebot für mich ^^. Aber da ich ja auch noch zu den Invaliden gehöre musste ich leider absagen. 🙂 Ich warte erstmal ab bzgl. Brustaufbau und Abnahme. Das entscheide ich, wenn es soweit ist. :D. Ist ja bald soweit. Endlich, ich mag nicht mehr warten!. Lg Onko

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