Onko und die Frauen!

Strand1Mädels, Mädels, Mädels- Mir schwirrt der Kopf!

Ich habe tatsächlich das erste mal Schwierigkeiten einen Anfang zu finden. Ich schiebe es  darauf, dass die vergangenen 3 Tage in mir noch nachwirken. Und das auf positive Weise!

25- JahreIch war unterwegs: Zwischen Dünen, Muscheln und einer ordentlichen Priese „GeburtsTagungsluft„. Genauer gesagt war ich in Dierhagen, zur 25. Jahresfeier und Landestagung der Frauenselbsthilfe nach Krebs Landesverband M-V/S-H e.V. Ich habe 3 Tage gebraucht um mir den Ortsnamen zu merken und da spreche ich wohl für viele Chemopatienten…die Denkmurmel rollt manchmal ziemlich langsam. Aber was soll’s, es kommt wie es kommt- plötzlich und unerwartet um 24 Uhr im Hotelbett!

Doch erst einmal zurück zum Anfang. Eine tolle Fügung hat es mir ermöglicht, dass ich mit zur Jahresfeier fahren konnte. Recht fit nach der OP, war ich schon ziemlich aufgeregt auf die große Feier! Es ging also Mittwoch Vormittag mit Sack und Pack per Mitfahrgelegenheit in die Urlaubsregion nordöstlich von Rostock. Nach einer Stunde schnackerrei im kleinen Stadtflitzer, kamen wir dann im 3-Sterne Ostseehotel an. Es ist auf jeden Fall einen Besuch wert- toller Komfort und der Strand direkt um die Ecke.

Tag 1: Die große Ankunft oder Onko und die Meute!

Da komme ich nun zu den Mädels. Ja liebe Frauen, ihr habt euch die Bezeichnung wahrhaftig verdient. Ihr seid jung geblieben. Wenn man in die Runde schaut ist der Altersunterschied bis auf wenige teilweise sehr groß. Für viele war die Selbsthilfegruppe ein Anker während oder nach ihrer Krebserkrankung. Ob Brust, Hirn, Lymphe, Mann oder Frau 😉 : die Tür steht für jeden offen. Das gilt auch für Angehörige und Freunde. Leider denkt man all zu oft, wenn man das Wort „Selbsthilfegruppe“ hört, an im Kreis sitzende Erkrankte, die sich gegenseitig vorstellen und dann nacheinander ihre Probleme erläutern! Ich kann euch sagen, es ist nicht so!

LuftballonsAnkunft heißt: Herzen steigen lassen. Gemeinsam wurden Luftballons in die Welt geschickt um persönliche Botschaften zu entsenden. Danach ging es zu den ersten Veranstaltungen in den Festraum. Die Geschichte der Frauenselbsthilfe konnte zwar nur kurz erläutert werden aber jeder Verein erlebt so seine auf und abs. Die Wende hat da so einige Hürden in den Weg gestellt. Das was mir im Sinn bleibt ist, dass auch schon damals kreativ und offen mit der eigenen Diagnose und körperlichen Veränderung umgegangen wurde. Das hat mir Mut und Kraft gegeben, mich mit den schwierigen Dingen nicht zusätzlich das Leben schwer zu machen. Demnächst kann ich dann auch mein Geld im BH verstecken wo in Zukunft meine Epithese sein wird :’D.

Wie war das: „Eins kann mir keiner nehmen und das ist die pure Lust am Leben“?! Ihr habt mich umgehauen! Ich mit meinen 31 Jahren sitze da zwischen 100 Leuten, die alle gemeinsam zu dem Lied aus vollem Herzen singen UND vor allem die Lust am Leben nicht verloren haben. Ihr habt die Bude gerockt! Bis Mitternacht war noch Musik zu hören und hätte ich nicht meine frisch gezogenen Fäden gehabt, hätte ich mir ein paar Songs gewünscht und mit getanzt! Es war ein wunderschöner Anblick!

Tag 2: Ungeplant durch die Tagung – Onko knüpft Kontakte

Am folgenden Morgen ist mir aufgefallen, dass ich total ungeplant ohne die Tagespunkte in die Tagung lief. Immer mit dabei und total unnötig, meinen Kalender, Block und Kugelschreiber. Typisch ich…wissbegierig warte ich auf das was ich mitschreiben kann. Bis ich dann gegen Mittag endlich dazu kam mir mal den Flyer mit den Eckdaten ab zu fotografieren. Danach bin ich hauptsächlich mit meiner Kamera durch die Runde geflitzt und habe die ersten Kontakte geknüpft.

Düne DierhagenDie Bandagen Frau in schwarz!

Man sieht sich immer zweimal im Leben. 😀 Eigentlich haben wir uns am Ankunftstag zum ersten mal wieder getroffen und das direkt an den Dünen. Die schönsten Überraschungen sind die, die man nicht erwartet. Ich hab mich wahnsinnig gefreut!

Die charismatische Rolli-Fahrerin

Es gibt Menschen, die haben einfach eine gewisse Ausstrahlung und da bin ich die Diejenige, die ihren Hut zieht vor den Menschen, die trotz ihres Los nicht aufgehört haben das jetzige Leben zu leben. Sie strahlen es auch aus! Es ist die Teilhabe am Leben. Sich nicht selbst außen vor zu lassen, sondern darauf zu bestehen das man ein Teil vom Ganzen ist. Wir saßen am Abend noch gut 2 Stunden beisammen und haben über verschiedene Themen gesprochen. Danke dafür!

Ich habe natürlich noch mehrere Kontakte geknüpft und sogar vertieft, die ich hier nicht alle einzeln darstellen kann. Aber ich möchte erwähnen, dass trotz des Altersunterschieds sowie des anderen Musik- und Kleidungsgeschmacks die Erfahrungen mit der Erkrankung ähnlich sind. Es ist für mich keine reine Generationsfrage – vielmehr die der inneren Einstellung, wie man mit dem Ganzen umgeht. Falls also jemand unter meinen Lesern überlegt ebenfalls eine Selbsthilfegruppe aufzusuchen, kann ich nur sagen: Versuch es! Schau dir die Gruppe an und guck ob es zu dir passt. Mir haben allein die Ähnlichkeiten und das Verständnis für meine Situation geholfen. Ich fühle mich verstanden, zugehörig und nicht alleine mit meiner Diagnose.

Tag 3: Abschied

Deko-Kugel1Abschied nehmen ist nicht einfach, gehört aber zum Leben mit dazu. Am Freitag hieß es dann schon Abschied nehmen von den bekannt gewordenen Gesichtern. Von den anfangende Freundschaften und Kontakten. Ich habe festgestellt, der Abschied wurde kurz gehalten, denn Abschiede hinterlassen den bitteren Nachgeschmack von: Da kommt nichts mehr; Da hört etwas auf. Viel schöner ist es tatsächlich sich bereits auf das nächste Treffen zu freuen und die Erlebnisse gut in sich zu bewahren. Bis zum nächsten mal! Das nächste Jahr bedeutet auch ein weiteres Jahr im eigenen Leben gehabt zu haben. Wenn ich bedenke, dass ich es vorher als selbstverständlich angesehen habe, habe ich derzeit tatsächlich Angst davor, dass es anders sein könnte. Aber es kommt nicht darauf an auf das nächste Treffen zu warten, sondern sich darauf zu freuen auch wenn man nicht weiß was in einem Jahr ist. Wichtig ist, hier im jetzt zu sein und sich Events zu stecken und das Leben in diesem Moment zu genießen.

Danke das ich bei den Feierlichkeiten dabei sein konnte!

Bis zum nächsten mal! In aller frische unter Gleichgesinnten.

Liebe Grüße

Eure Onko

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5 Antworten zu Onko und die Frauen!

  1. Kiki schreibt:

    Das hört sich ja echt schön an! Man kann richtig Deine Begeisterung raus lesen. 🙂 Freut mich, dass Dich das so motiviert/inspiriert hat!

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  2. rommyscats schreibt:

    Tatsächlich klingt „Selbsthilfegruppe“ erstmal befremdlich, deshalb bin ich auch in keiner. Was aber ähnlich geartet ist, ist die Angst vor einer onkologischen AHB oder ein Jahr später der Reha. Dort ist es genau so: Es wird nicht ständig über den Krebs gesprochen (vielleicht kurz beim kennen lernen) sondern über Gott und die Welt. Und meine AHB war der Hammer!!! Wir Waldsee-Mädels (wir sind zu sechst) waren im Oktober mit der Kur durch und haben uns Ende November direkt schon wieder getroffen. Ein weiteres Treffen ist im Frühjahr geplant und eine der Mädels sehe ich sogar am WE auf der Leipziger Buchmesse. Ich freue mich schon wie Bolle!
    Solche Kontakte und Freundschaften sind unendlich wertvoll, daher kann ich deine Begeisterung bis in die kleinste Zelle nachvollziehen! Ich freue mich, daß du so eine tolle Zeit hattest! 😀

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    • onkobitch schreibt:

      😀 Hey rommy! Ich war mal so frei und habe deine Korrektur nachträglich eingefügt. Ja ich hatte auch Anlaufschwierigkeiten hat man doch dieses amerikanische Bild im Kopf. Ich denke einfach, dass keiner so gut wie andere Betroffene einem annähernd nachempfinden kann was in einem los ist. Ich möchte hier nicht die Super Unterstützung meiner zweiten Hälfte schlecht reden aber es ist immer etwas anders. Wenn man über die Erkrankung reden will, kann man das aber man muss es nicht. 🙂 Und es gibt wirklich viele schöne Momente!

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  3. rommyscats schreibt:

    Korrektur: Es wird NICHT ständig über den Krebs gesprochen.

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  4. Pingback: Meine Highlights des Jahres: Das war 2017 | onkobitch

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