Achtsamkeit oder die Suche nach sich selbst

KamiDas Leben geht weiter… was sich anfühlt wie gestern, liegt bereits ein Jahr zurück. Vieles habe ich bisher in meinem Blog niedergeschrieben und euch ermöglicht an meinen Erlebnissen und Gedanken teilzuhaben.

In letzter Zeit mache ich mir immer wieder mehr Gedanken um meine Sichtweise und dies im Vergleich zu anderen. Jeder muss natürlich seinen eigenen Weg gehen und doch merke ich, dass ich mit so einigen gewissen Einstellungen und Sichtweisen teile. Das tut gut und das erfüllt einen.

Die Achtsamkeit oder die Suche nach sich Selbst und auch die eigene Zufriedenheit kommt mir immer wieder vor meine Füße. In dem vergangenen Jahr bin ich mir wichtiger geworden. Schon merkwürdig, dass es da eine Steigerung gibt aber es gibt sie. Ich bin bisher durch mein Leben gelaufen und hatte anscheinend Scheuklappen vor den Augen. Ich habe mich und andere zwar selbst wahrgenommen aber ich habe mich nicht all zu sehr darauf konzentriert. Vor allem habe ich mich nie gänzlich damit beschäftigt was nicht stimmt oder was mir nicht gut tut. Entweder man ist einfach drum herum gelaufen oder schnell vorher abgebogen um ja dem Gefühl aus dem Weg zu gehen. Aber eindeutig abschließen konnte man gewisse Dinge einfach nicht, weil ich mich nie richtig damit auseinander gesetzt habe.

Auch Probleme habe ich einfach weggeschoben, weil ich mich nicht damit belasten wollte oder dachte, da könnte eine Konsequenz folgen wenn ich es anspräche. Ich habe in den vergangenen Monaten angefangen zu sagen was mich stört, verletzt oder nicht passt. Nicht immer gelingt es mir ehrlich zu sagen, dass ich eine Idee blöd finde, weil ich sie einfach blöd finde. Ich habe dann das Gefühl ich brauche einen tatsächlichen und klaren Grund um dies zu tun. Dass ich dadurch 1. Unehrlich bin und 2. auch meine eigenen Bedürfnisse nicht ernst nehme macht die Situation nicht besser.

Achtsamkeit im Bezug auf einen selbst ist, sich wichtig zu sein, ohne Kompromisse und ohne sich durch die Augen von Dritten zu sehen. Im Grunde ist es eine Form von Egoismus. Zu ernst sollte man sich auch nicht nehmen. Zumindest neigt man in seinem Leben dazu sich selbst immer zu sehr zu bestrafen, wenn mal etwas nicht klappt. Man bestraft sich für jeden Pups und konzentriert sich darauf ja nichts falsch zu machen. Der Zeigefinger wird bereits erhoben obwohl noch gar nichts geschehen ist. Da wird dann geschaut wie es am besten gemacht wird um ja keinen Fehler zu machen und irgendwie konzentriert man sich dann auf das was man eigentlich nicht machen will- Fehler.

Während meiner Therapie habe ich mir also immer Personen und Herangehensweise angeschaut die ich bewundert habe und denen ich es gleich oder ähnlich machen wollte. Ich habe mir meine Freunde angesehen, die ebenfalls den Krebs überlebt haben und die immer noch für sich kämpfen und mit einem tollen Selbstbewusstsein durchs Leben gehen. Ich habe mir Frauen angeschaut, die eine Mastektomie haben und so offen und positiv damit umgehen, dass ich genau das ebenfalls für mich möchte. Ich suche eben nicht nach den negativen Dingen die mir fehlen könnten. Das ist anstrengend, denn man muss an sich arbeiten und geht nicht den einfachen Weg der Verzerrung.

Und um mich selbst nicht zu ernst zu nehmen habe ich angefangen meine Macken einfach nicht mehr so den großen Stellenwert zu geben. Ja, ich mache Fehler und habe blöde Angewohnheiten aber wenn ich sie streng verteidige weil ich warum auch immer mich angegriffen fühle, dann nehme ich meine Verhaltensweisen zu ernst, zu festgelegt zu rudimentär. Vor allem sind es Angewohnheiten die anscheinend auch mehr Konflikte bringen als wenn ich sie nicht hätte. Ich neige im Moment mal wieder dazu anderen vermeintlich zuzuhören und im nächsten Moment mit den Gedanken woanders zu sein. Anstatt dass ich etwas sage nicke ich, als hätte ich zugehört. Ziemlich blöd… und auch nicht wirklich freundlich. Achtsamkeit ist also auch die Achtsamkeit anderen gegenüber und was man eigentlich selber in dem Moment braucht.

Für mich bedeutet es aber auch, sich nicht einfach gehen zu lassen. Schwer fällt es mir dann andere Menschen dabei zu beobachten wie sie unachtsam sind. Sich über Dinge Beschweren und dann selbst nichts daran ändern, oder sich selbst nicht wirklich sehen und dann sich meistens an Oberflächlichkeiten zu orientieren. Das halte ich im Moment schwer aus und das zieht mich auch etwas runter.

Jetzt wo mein Alltag und mein Leben wieder in die vermeintlich gewohnten Bahnen rückt, verändern sich wieder die Werte in Bezug zum Leben. Meine ganze Aufregung und Anspannung fällt ab. Dabei kommt mir mein Leben wieder mal etwas langweilig vor. Und Langeweile will ich auf keinen Fall.

Ich habe mir nun vorgenommen laufen zu gehen. Klingt komisch, jetzt wo ich es schreibe :D. Auf jeden Fall habe ich diese Woche einen Termin bei der Ganganalyse um meine Fußstellung abzumessen und mögliche Knochenbelastungen abzufedern. Danach Schuhe kaufen und ab die Post. Derzeit fühle ich mich innerlich häufig unzufrieden und leicht aggressiv ich hoffe dass durch den Sport wieder abzubauen. ^^ Bevor ich beginne meine Blumen kaputt zu machen oder vor Wut mein Papierkram schreddere.

 

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