Reha, der Ort an dem Duze wohnt

Hallo; Guten Tag; Moin; Moin Moin, Nabend; Mahlzeit; Hallöchen oder wahlweise Hi und Hey! Die Begrüßung beginnt mit dem ersten Schritt durch die Empfangstür und endet mit den letzten Schritten vor der Abreise.

Ich bin ja schon eine offene und kontaktfreudige Person aber die ersten Tage in der Reha haben mich ziemlich geflasht. Begonnen hat es eigentlich schon auf der Taxifahrt Richtung Klinik. Die wichtigsten Fragen, welche mich dann auch die nächsten 3Wochen begleitet haben waren: Warum bist du hier, Wie heißt du und wie alt bist du? Während ich also meine Diagnose schildere und auf eine erholsame Rehabilitation hoffe, packen meine Sitznachbarn ihr volles Krankheits- und Leidenspaket aus. Jeder hat so seine Päckchen zu tragen, keine Frage aber ich bin da aus einem anderen Holz geschnitzt. Während ich die restliche Fahrt stillschweigend das Leid der Anderen anhöre, freue ich mich noch mehr auf meine Ankunft.

Ankunftszeit: 13.30 Uhr. Erstes Hallo an der Drehtür direkt nach dem Eintritt, ein zweites Folgt an der Rezeption. „Hallo“- drei und vier warten auf dem Weg zum Speiseraum. Der Tag ist durchgeplant: Essen, Vorstellung beim Arzt mit anschließendem Zimmerbezug und Freizeit. Nach dem Essen gibt es das fünfte und sechste „Hallo“, direkt auf dem Weg in die dritte Etage zum Arztzimmer. Meine zukünftigen Mit-Rehabilitaner sitzen auch schon im Wartebereich. Nachdem mich der Pfleger und anschließend der Facharzt samt Vorgespräch in Ahrenshoop willkommen heißen, geht es wieder hinunter zum Eingang.  Natürlich mit dem Zimmerschlüssel in der Hand, denn ich darf nun endlich mein Zimmer beziehen. Der „Page“, der sonst immer die Koffer von A nach B bringt ist heute nicht da. Mir macht das nichts, denn mein Koffer hat Rollen und es gibt Fahrstühle. Für andere ist dies sicherlich nicht so erfreulich. Also packe ich meine sieben Sachen und treffe auf meinen Weg ins Zimmer noch zich Personen, die mich ebenfalls wärmstens begrüßen.

Zimmer

Zimmer 171

Stellenweise hatte ich das Gefühl, dass die Distanz flöten geht. Das DU ist vorprogrammiert und auch die Gespräche fangen nicht mit einem verlegenen „Hey, wie geht’s“ an, sondern beginnen mitten im Smalltalk und am Besten noch, nach dem Befinden zu den einzelnen Therapien. Jeder guckt sich in die Augen um ein guten Morgen los zu werden oder sich einen guten Appetit zu wünschen.

Verwirrte Grüße

eure Onko!

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