Kitten-Attack: bis einer weint…

BatCat vs. Kamikatze…nämlich ich. „Kittens- Schafe im Wolfspelz • Batcat vs. Kami-Katze • Wochenendschnuppertest missglückt • Kittens, mehr als nur niedlich • Horror auf vier Beinen“, das sind nur einige Überschriften, die mir zu meinem Dilemma einfallen.

Wer kennt sie nicht, diese kleinen tapsig-flauschigen Vierbeiner mit ihren langen Beinen, Schnurrhaaren und großen Ohren. Dazu noch die großen glasigen Augen, die einen angucken als würden sie gerne alles aufsaugen was sie an Eindrücken gewinnen. Dass die Kleine, dann auch noch alles frisst, was sie zwischen die Krallen kriegt ist nicht zu verschweigen. Doch die, im Vergleich zum Kopf, Teller-großen Augen, suggerieren gekonnt das Gefühl, das alles viel zu viel für dieses kleines Würmchen ist.Tilia

Für viele sind Kitten einfach nur niedlich und ich muss dem teilweise zustimmen. Auf Bildern mit dem richtigen Kamerawinkel oder auf Videos mit anderen Vierbeinern einfach süß. Trotzdem alles nicht zum anbeißen. Das Gesicht zu platt, Augen stark aufgerissen und glasig, die Stimme zu piepsig und die Krallen eindeutig zu spitz! Und, wenn sie plötzlich am Hosenbein hängen, dann wird man wieder auf den Boden der Tatsachen gebracht. Die Krallen gehen durch die dickste Hose, während die Katze ungewollt fliegen lernt.

Am Wochenende wollten wir den Versuch wagen, eine kleine „Maus“ Namens Tilia aufzunehmen. Das Findelkind braucht ein neues zu Hause und das am Besten mit Gesellschaft. Da unsere Katze auch in Zukunft mal alleine sein wird, haben wir gedacht nutzen wir die Gelegenheit und bringen die zwei Stubentiger zusammen.

Kami und TiliaIm Vergleich ist die Kleine (9 Wochen alt) viel, viel, viel aktiver. Zusätzlich kennt sie nicht die Kommunikationsregeln unserer Katze. Das Blinzeln von unserer Kami mit der Botschaft „Ich will Frieden schließen“ wird grundsätzlich ignoriert. Ich habe die Befürchtung, dass Tilia noch gar nicht weiß wie man die Augen schließt, außer zum Schlafen. Dann ist da auch noch das fehlende Durchsetzungsvermögen unserer Katze. In den ersten 10 Minuten des Zusammentreffens, hat Tilia zu 80 Prozent alle Bereiche von unserer Mieze für sich eingenommen, weil unserer der Schmackes fehlt, sie tatsächlich davon zu vertreiben. Kami hat sich die meiste Zeit zurückgezogen obwohl sie dreifach so groß ist. Unsere Kami ist auch vor der Kleinen davon gelaufen und hat sich bei jedem Geräusch erschreckt. So ’ne Eingewöhnung braucht natürlich auch Zeit, da waren 2 Tage eigentlich nicht ausreichend.

TiliaEigentlich, für mich war es irgendwie unerträglich. Die Kleine ist natürlich niedlich, wenn ich aber dabei sehe, dass sich meine Kami nicht richtig durchsetzen kann und komplett ihre Lieblingsplätze abgibt und mit herunter hängendem Schwanz durch die Wohnung läuft um angespannt zu luschern, wo die Kleine ist, tut mir das in der Seele weh. Tilia hat ja schon Kontakt mit anderen Katern gehabt, aber irgendwie klappte die Kommunikation dann nicht zwischen den Beiden. Weil unsere Katze das nicht versteht. Sie laufen aneinander vorbei, meiden sich, hauen sich auf den Kopf, machen sich groß buckelig und Fauchen. Ich fühlte mich tatsächlich überfordert, die Kleine zu erziehen und nur die Hälfte meiner Katze zu haben. So eine junge Katze ist auf jeden Fall pflegeintensiv. Sie stürzt sich auf jede Ecke, in die sie nicht rein soll und dass mehrmals am Tag und frisst alles was sie zwischen die Krallen kriegt auch Kamis Essen. Sie mischt sich in das Spiel ein und unsere Kami traut sich nicht mit zuspielen.

Das alles habe ich tatsächlich unterschätzt…

Ich habe auch unterschätzt was für eine bedeutende Rolle Kami in meinem Leben einnimmt. Wir haben sie ja seit meiner Diagnose… und in der Zeit hat sie mir so viel gegeben, dass wenn ich das nicht mehr habe, mein eigenes Gleichgewicht fehlt.

Kami fordert mich abends auf sie zu fangen. Sie Jagd gemeinsam mit meiner zweiten Hälfte nach Insekten. Ein „Kami-Da“ mit herausgestrecktem Zeigefinger, erkennt sie sofort als Angabe, wo sich das Insekt befindet. Sie läuft für gewöhnlich, permanent mit einem Fragezeichen im Schwanz durch die Wohnung (außer sie geht in einem Raum in dem keiner ist). Sie „redet“ wenn sie raus will und „redet laut“ wenn sie die volle Aufmerksamkeit braucht. Sie fordert sich Hilfe bei der Jagd ein. Am liebsten spielt sie mit Grashalmen und legt sie vor die Füße, wenn man mit ihr spielen soll und schnurrt dabei auffordernd. Sie rennt wenn es ihr richtig gut geht wie wild durch die Wohnung  und legt sich erschöpft auf das Regal mit einem Blick der Sagt: „Ha, hier kriegst du mich nicht“. Hach es ist auch das Umschlängeln der Beine, wenn man das Essen macht und das vorlaute Betteln nach ihren Leckerlis.

Das alles hat mir soooooooo gefehlt in den letzten zwei Tagen. Die kleine hat gefressen wenn sie Hunger hatte, hat gespielt, geschlafen und sich ihre Kuscheleinheiten geholt. Kami hat nix gegessen, kam nicht zum kuscheln und hat nicht mehr gespielt.

RotzfahnenIch hab dann ein Schlussstrich gezogen, nachdem ich Abends meinen Frust in die Taschentücher geschnäuzt habe. Ich habe im Moment keine Kraft dafür. Ich hatte das Gefühl, den Platz für meine Katze verteidigen zu müssen. Dass erschwert dann ein faires Behandeln beider Katzen und ehrlich ich hätte die kleine nicht gute behandelt, weil mir Kami wichtiger ist. Ich will auf meine Kami nicht verzichten. Ich brauche einfach meine Strukturen in denen ich mich sicher fühle. Ohne meine Kami kann ich das nicht.  Ich habe stellenweise solche Aggressionen bekommen, dass mir der ganze Niedlichkeitswahn bei Kittens schnurzpiepegal war und ich ihr einfach die Gurgel umdrehen hätte können. Tue ich natürlich nicht, vorher gebe ich sie wieder zurück. Die Katze kann ja nix dafür, dass ich ihr lieber eine kaputte Steckdose in der Ecke wünsche, in die sie zum x-mal rein läuft, nachdem wir sie dort verscheucht haben. Naja, da war sie wieder hin die auferlegte Entspannung meiner Psychologin.

Liebe Grüße eure

strapazierte und an die Grenzen gebrachte

Onko

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