Mit dem Nasenhaartrimmer ins Paralleluniversum!

GepäckDas Leben kommt mir manchmal so real vor, wie der rosa Elefant auf unserem Balkon, der mit einem Zylinder auf dem Kopf die Blumen aus den Töpfen frisst. Es ist schon unmöglich, dass ein grauer Riese überhaupt Platz findet auf so engem Raum geschweige denn, dass ihn die Betonplatten überhaupt tragen.

Es passieren die merkwürdigsten Dinge in meinem Leben und doch wenn ich zurück blicke weiß ich nicht ob ich sie spektakulär, langweilig oder einfach gewöhnlich finden soll. Bis vor meiner Diagnose hatte ich immer das Gefühl, dass das Leben doch etwas verrücktes, aufregendes und besonderes herhalten sollte. Nicht zu selten wünschte ich mir eher ein Teil einer Geschichte zu sein. Wie so manche Regisseure es in Filmen bereits umgesetzt haben, öffnet sich plötzlich eine Tür und der Protagonist tritt in eine andere Welt. Auf einer gewissen Art und Weise hat mir Schakeline ein Stück Aufregung verschafft, auf den bitteren und bedrohlichen Beigeschmack und die damit verbundenen Veränderungen in meinem Leben hätte ich gut und gerne verzichten können.

Anstatt einer Tür in eine andere Welt, ist es bei mir der Nasenhaartrimmer von Seppo welcher, so eklig es auch klingen mag, mich durch das Drechseln meiner feinen Nasenhärchen in das Paralleluniversum führt. Harry Potters Portschlüssel wären nichts gegen den Nasenhaartrimmer, welcher beim Anlegen anstatt nur die Haare zertrümmert, gleich den gesamten Körper so klein drechselt, dass man wie der Geruch einer Duftkerze, zwischen die Welten in den Luftlöchern des Himmels gezwirbelt wird. Eine Landkarte von Tasmanien ist nicht einfach eine Landkarte. Alles in Raum und Zeit ist im Paralleluniversum verbunden und ändert sich mit den Dingen. Die Karte passt sich der Umwelt an ohne auch nur neu gezeichnet werden zu müssen. Die Menschheit hat schon lange herausgefunden, dass es nicht von Vorteil ist Mode wie im H&M Katalog zu präsentieren. Nicht nur die Kleidung altert entsprechend, auch die Models auf den Seiten sind nicht vor dem Alterungsprozess geschützt. Während also die Seiten mit der Zeit zerbröseln, altern auch die Modepüppchen und deren Kleidungsstücke. Nach 80 Jahren ist alles zu etwas unbeschreiblichen geworden, dass dem Bildnis des Dorian Grey sehr nahe kommt und ebenfalls an die Wesen von H.P. Lovecraft erinnert. Man hat also eine Magen schonende Versionen erfunden und auf die kurzweilige Fotolasertechnik umgemünzt. Manch Dinge, wie der Volleyball-Schläger, sind auch hier nur Erfindungen, die nicht weit kommen. Das Paralleluniversum im Ganzen hier zu beschreiben würde mich Jahrhunderte, wenn nicht Jahrtausenden kosten, um alles festzuhalten, welche Zusammenhänge da noch entstehen. Doch das überaus merkwürdigste in dieser Welt ist es, wenn sich die Universen vermischen und ich mir selbst gegenübertrete und in ein Selbstgespräch verfalle, dass mein „Ich“ in der realen Realität mit sich selbst führt.

So sitze ich also auf einer Sitzbank in der Stadt und habe mich über Monate selbst in meiner zweiten Realität beobachtet, während sich mein erstes ich zu mir gesellt.

UnterIch: Ist es normal, dass man sich wünscht ein Teil einer Geschichte zu sein?

ÜberIch: Wenn du einmal drin bist, willst du sicherlich wieder raus. Wer will schon Opfer in einem Horrorroman sein oder in den 2 Weltkrieg zurückgeworfen werden? Frage ich entgegen.

UnterIch: Naja, Ok nicht in alle Geschichten. Es gibt so viele schöne Happy Ends. Ich könnte in neue Gestalten schlüpfen und die Bedeutung meiner Rolle abstreifen.

ÜberIch: Das ist wahr. Wenn du deine eigene Geschichte schreiben könntest, was würdest du dann schreiben?

UnterIch: Ich würde von Rosa Elefanten auf dem Balkon schreiben, die mir die Pflanzen aus den Töpfen fressen. (Onko lacht) Scherz bei Seite: Ich schreibe von einem turbolenten Leben in dem ich zu vielem Ja sage, weil es viel mir leichter fällt darauf zu Handeln. Im Hier und jetzt hat mir meine Schakeline so viel neues gebracht, dass mir mein Leben teilweise so unreal vorkommt, dass ich tatsächlich das Gefühl habe abzuheben.

ÜberIch: Versuch es doch einfach mit dem Schreiben. Manchmal wissen wir gar nicht was zwischen den Dingen ist, bis jemand kommt und den Weg dahin zeigt. Eine fantastische Welt ist manchmal so viel mehr als nur ein Umblättern oder ein Tippen. Es sind die Emotionen, die Welten die sich auftun, die Spannungen zwischen den Protagonisten. Es sind die Dinge zwischen den Dingen.

Während mein Unter Ich verwirrt den Kopf schüttelt und verblasst, lege ich den Nasenhaartrimmer in das geheimnisvolle Kästchen und schiebe es unter ihr Bett, in der Hoffnung, das mein anderes manifestiertes Ich den über-weltlichen Schwingungen folgt und ihre Reise antritt.

Übergalaktische Grüße

Eure Onko

P.s. Dies ist ein überaus verstörender Beitrag aus der Reihe der Seppoblog Auszeichnung. Ich wünsche euch allen weiterhin viel Lesevergnügen auf meinen Blogseiten 😀

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