Projekt : Körper Teil I

torso1Genug mit den Gedanken, die sich im Kreise drehen! Jetzt heißt es fühlen, in mich hinein horchen und nach dem Gefühl suchen, mit dem ich am liebsten mein Leben verbringen will. Die Entscheidung für einen Brustaufbau habe ich gefällt: Keiner! Doch was ist mit einem Abbau meiner vorhandenen Brust? Ich bin meiner Antwort auf der Spur, doch anstatt nach Antworten zu suchen, fühle ich in mich hinein und experimentiere. Damit ich weiß was es mit mir macht. Am Ende sind es ja nicht nur die Fakten die ich brauche, sondern auch mein ästhetisches empfinden.

Leise knistern Gipsbindestreifen, wenn man sie durch warmes Wasser zieht. Warm liegt der Streifen auf der Haut und kühlt nur langsam, bis er mit jeder Lage schwerer wird und schlussendlich:

Verdammt, fies ziepen kann! Ich stand mit einem Badetuch um den Bauch gewickelt vor meiner Kommode und habe so schnell wie ich konnte mir mehrere Lagen Gipsbinden Streifen für Streifen auf meinem Torso platziert. Zuerst ist es geschmeidig doch schon nach gut 10 bis 15 Minuten verwandelt sich das warme weiche zu einer festen unnachgiebigen kalten Platte. Bevor ich mit meinem Experiment Körper angefangen habe, hieß es erst einmal gut eincremen, damit ich den Gipsabdruck dann auch wieder abbekomme!

Nach gut 25 Minuten stellte ich mit aufsteigender Panik fest: ES WAR NICHT GENUG Creme!! Mensch, ich hab tatsächlich noch genug Gefühl in der Haut, es muss nur richtig fies ziepen! Dann spüre ich auch Schmerzen in den Narben an meinem Brustwarzenhof entlang. Der Gips ging an meiner mastektomierten Seite wunderbar ab. Vielmehr Sorgen machte ich mir um meine implantierte Seite. Ich habe also zum Schluss noch verzweifelt nach einem Schwamm gegriffen und mir mit krummen Bewegungen warmes Wasser unter die Gipsfläche laufen lassen. Denn jede Bewegung lässt ja auch das Implantat anheben und die Haut unter der Gipsplatte spannen.

torso2Am Ende hat es gut geklappt, den Gips heile und ohne aufgerissene Narben runter zu bekommen. Dafür hatte ich dann einen Erpel Abdruck im Gips. Im zweiten Schritt habe ich ein Abdruck vom Abdruck gemacht, um die vorhandene Brust in einer zweiten Darstellung weg zu retouchieren. Jetzt warte ich darauf dass es richtig trocknet. Vielleicht male ich mir meine Frontalschäden noch bunt an :D. Auf jedenfall hatte ich nach meinem ersten Abdruck ein lächeln im Gesicht. Es tat gut mich mal auf eine andere Art wahrzunehmen und mich mit meinem Körper auf künstlerische Weise auseinander zu setzen. 😀 Ich mag mich immer noch ansehen. Außerdem XD bin ich heilfroh gewesen den Gips losgeworden zu sein.

Hier könnt ihr eine kleine Fotoauswahl meiner Arbeit anschauen!

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Geziepte Grüße

Eure Onko

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