Leben mit der Angst

Angst ist so vielschichtig wie der Mensch, der sie hat. Zumindest ist es das was ich gerade wahrnehme. Während ich manchmal nicht verstehe wie Außenstehende so große Angst vor dem Thema Krebs haben, habe ich selbst Angst davor wieder etwas an mir zu entdecken.

Das Thema Krebs lässt Menschen aus Furcht vor dem Großen Tod, wegschauen. Das Thema hat es einfach so inne, dass man paralysiert wegschaut und gar nicht weiß was man sagen, fragen, denken soll. Das etwas unangenehmes nach oben kriecht ohne es verhindern zu können, so dass einem angst und bange wird.

Zumindest ist es mein Eindruck aus den Medien und von dem gestrigen Pressegespräch für die Machtkörper-Inszenierung. Die Journalistin, welche so fleißig Informationen sammelte, verharrte wenige Sekunden als ich kurz meine Biografie erläuterte. Sie schaute betroffen auf ihre Notizen, hörte auf zu schreiben und änderte das Thema. Das Merkwürdige bei der Sache war, ich saß lebendig, frisch und Munter mit in der Runde (nach dem ich aus meinem Bett, ins Pressegespräch gefallen bin).

Ich bin etwas getroffen aber vor allem überrascht, sind es ja meine ersten wahren großen Reaktionen von fremden Menschen zu diesem Thema, die so gar nichts mit mir zu tun haben.

Und ganz nebenbei, kämpfe ich meinen eigenen Kampf gegen die Angst, die wiederum eine ganz andere ist. Sie ist gefüllt mit tatsächlichen Erlebnissen aus meiner Therapie und der akuten Zeit.

Das Betasten meines Körpers gehört zu meinem Alltag. Ich mache es nicht täglich aber hin und wieder ertappe ich mich dabei Körperstellen zu erfühlen, die plötzlich ganz neu empfunden werden. So wie am vergangenen Freitag. Unter meiner Narbe befindet sich eine leichte Schwellung, die nach sportlicher Aktivität durch einen Lymphstau etwas dicker wird. Mitten darin auf meiner Rippe ist ein kleiner Gnubbel- manchmal auch größer. Und da es meine Tumorseite ist habe ich mit mir gerungen.

„Das war vorher nicht da, oder doch!? Ich gehe zur Gynäkologin, dann bin ich mir Sicher, aber mache ich mich nicht unsicherer in dem ich überhaupt hingehe? Was ist wenn es doch bösartig ist, muss dann ein Stück der Rippe entfernt werden?“

Wie schreibt es FrauBudenzauberin so schön über das Dilemma:

„Geht man nicht, hat man die ganze Zeit Angst es könnte was sein. Geht man, hat man Angst es ist was“

Genau so!

Ich bin dann, dank dem guten Zureden meiner Partners und einiger Mutiger Frauen, zu meiner Gynäkologin gegangen und habe mich abchecken lassen. Rein vom Gefühl her beschreibt sie es als nicht bösartig. Vorsichtshalber habe ich am 29.Mai einen Ultraschalltermin um Nummer sicherzugehen. Da sich dieser Gnubbel zusammen mit meinem Lymphödem verändert, vermutet meine Ärztin, dass auch dies der Grund ist.

Also abwarten und Tee trinken und nebenbei fleißig für das Theater proben

Eure etwas beruhigte

Onko

 

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3 Antworten zu Leben mit der Angst

  1. Vale47 schreibt:

    Ich drücke Sir die Daumen und noch viel mehr!

    Gefällt 1 Person

  2. onkobitch schreibt:

    Entwarnung: Es ist ein Lymphgnubbel. Kein krebsartiges Gewebe, alles unbedenklich. Ich soll es nur beobachten.
    Liebe Grüße
    Onko!

    Gefällt mir

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