Film der Woche »Die Suche nach den *Metahasen«

Heute auf Onkobitch- DER FILM DER WOCHE: »Die Suche nach den Metahasen!« Hier werden Nadeln gesetzt, Tupfer getränkt und unter örtlicher Betäubung über wahrlich fiese Dinge gelacht. In den Hauptrollen: Onko als Onkobitch sowie Frau Dr. als Frau Dr.

Es wirkt auf mich tatsächlich, wie ein schlechter Film (Schlefaz) auf Tele5. Unter anderem sind es diese Asylum Filme, die man nur deswegen guckt, weil man weiß das sie schlecht sind und man sich über die Filmfehler, miserablen Synchronisationen und Spezialeffekte amüsieren kann. Doch ganz typisch sowohl in meiner als auch in der Situation in den Filmen ist, dass das Monster ganz offenbar besiegt ist.- In den Meeren verschollen und alle sind, wenn auch um 90% der Besetzung reduziert, glücklich überlebt zu haben. Und dann! Kurz vor dem Abspann eine Millisekunde nach dem „Happy End“ taucht die Tochter; der Bruder oder Artverwandter der Ausgeburt an die Oberfläche! BÄM!! Der zweite Teil ist Vorprogrammiert!

Nach Schakeline kommt wer? Schantall? Kevin, Leon und oder Justin? Ne, nicht doch BITTE! Diese verkackte Scheiße muss doch wirklich nicht sein. Jetzt heißt es ja noch abwarten und zurück lehnen. Holt euch schon mal die Chips oder das Popkorn! Aber Vorsicht: Verschluckungsgefahr!

Mein Film: Die Suche nach den Metahasen!

Aufregend startet die Szenerie mit einem Orientierungslauf durch das Klinikum inklusive Terminplanung zur CT gestützten Knochenpunktion. Der erste dramatische Höhepunkt ereignet sich nach mehreren Irrläufern durch die Stationen, in Form von fehlendem Operationsteam und überhaupt meiner Wenigkeit im System. Schnell den Passagierschein 8a gezückt ging es dann nach mehrstündiger Irrfahrt in ein klärendes Gespräch. Mit Glück habe ich mich ein Tag vor Behandlungstermin im Klinikum angemeldet.

FlexülspurenDer Tag der Biopsie beginnt gleichsam aufreibend. Zunächst werde ich mit den Strapazen der vergangenen Wochen auf den Prüfstand gestellt, in dem ich noch am Morgen erfahre, das ich ohne Vollnarkose in die Behandlung geschickt werde. Mit diesem Hintergrund und der ganzen Last, die mir das Leben auf den Rücken packt, sehe ich hilflos zu wie mir die Schwester eine Flexüle nach der anderen Erfolglos in die Arme schiebt. Anstatt der Kochsalzlösung in den Arm, laufen mir die Tränen aus den Augen. Nach einer dramatischen Pause folgt endlich der erfolgreiche Nadelstoß Nummer 3. Weinend begebe ich mich unter die Bettdecke und versuche mich zu beruhigen. Tage später  sehe ich aus wie ein Junky nach seinem Schuss.

Gegen 9.30 Uhr heißt es dann im nüchternen Zustand und mit Pippi in den Augen ab in die Radiologie.

In Schrittgeschwindigkeit reise ich durch die Flure der Universitätsmedizin. An den Decken hängen Blumen und sitzen Störche auf den Lampen. -Nein ich habe keine Drogen genommen!- Hier hat endlich mal jemand an die im Bett liegenden Patienten gedacht. Dann bin ich mit Zwischenhalt im Warteraum, endlich auf dem Weg ins Behandlungszimmer. Der heilige Donut steht wie ein Omen bedrohlich in der Mitte des Raums. Ich darf mich auf mein Bett setzen und auf Frau Doktor warten. Dann ist sie da, Jung sympathisch und total entspannt. Sie erklärt mir die Risiken und warum wir ein CT machen. Alternativ hätte man auch ein Ultraschall machen können doch die Gefahr abzurutschen ist dann viel höher. Wer möchte schon ein Loch in der Lunge oder Herzen mit anschließender Notoperation ganz zu schweigen. SOVIEL Drama muss nun auch nicht sein. Ich habe sofort das Gefühl, wir verstehen uns!

Dann werde ich bibberndes Elend in den Donut geschoben. Markierungen werden angelegt. Der Höhepunkt von „Die Suche nach den Metahasen“ beginnt und ich komme tatsächlich in eine entspannte Haltung.  Nadeln reihen sich auf dem Beistelltisch, Kittel werden angezogen, Kopfbedeckungen und Mundschutz angelegt. Orange-Rot getränkte  Tupfer färben mich und die Ärztin klebt meinen Oberkörper ab. Dann geht es los, ein Stich in den Körper der schon nach wenigen Sekunden nicht mehr zu spüren ist. Nur Anfangs atme ich den kleinen Schmerz aus- wie beim Tätowieren. Ja diesmal passt der Kommentar: „Wer ein Tattoo hinter sich hat, der wird auch diesen Pieks mit Leichtigkeit überstehen“ und damit hat die Schwester vollkommen recht :). Eine erste lange Nadel wird unbemerkt Richtung Sternum geschoben. Ich merke nichts und werde Kontrollhalber ins CT geschoben. Dann wird sie mit der Biopsienadel ausgetauscht- Kontrollbild und knackender Einzug der Nadel. Ich merke es Knochenbiopsie Sternumvom Brustbein bis in den Rücken! Ein Druck in den Nerven. Ein letztes Bild dann wird die Nadel samt Knochenprobe herausgezogen.

Ich lebe noch! Ich bin erstaunt wie schmerzlos das ganze Prozedere war und da die erste Probe nicht so ausgiebig war, nutzten wir die Gunst der Stunde und piekten mich gleich ein zweites Mal. Die Freude war ungemein groß als sie ein ordentliches Stück Knochenprobe aus mir herauszog :D. Eine fast euphorische Party-Stimmung entsteht und ich  lasse es mir nicht nehmen, meinen Humor und meine Neugier zu stillen. So Fragte ich während mein Oberkörper mit grünen OP-Tücher bedeckt war, Nadel in der Brust und Tupfer auf mir verstreut lagen, wie lang angehende Krankenschwestern und Ärzte bräuchten um Blut abnehmen oder Biopsien durch führen zu können.

Ich habe zum ersten mal eine Ärztin wirklich herzhaft lachen gehört. Gut dass ich erst zum Ende der Biopsie gefragt habe. Während sie noch den Tupfer auf mein Loch drückt offenbart sie, dass sie sogar ziemlich lange gebraucht hat um es zu lernen. Auf die Frage hin, ob man vorher evtl. an Tieren probt lachte sie erneut und verriet mir die 3 Goldenen Klinikregeln an denen man Neulinge erkennt. Sie sagen:

  1. Ich habe das schon 1000mal gemacht
  2. ich bin Profi
  3. Einen Moment, ich bin gleich wieder da!

Und in diesem Moment denke ich an meinen Morgen mit der Schwester und den drei Flexülen, die genau Punkt 1 sagt. Ich habe so gelacht, dass ich in meinem Nächsten Satz die Ärztin sogar geduzt habe *Augenzuhalt*.

Außerdem verändert dies Nachhaltig meine Sicht auf jede junge Schwester die mir zukünftig Blut abnehmen wird.

Während alle Dämonen besiegt, Ängste niedergemacht und ich mich wieder gefangen habe geht es auch schon wieder aus dem CT Saal heraus.

Fortsetzung folgt!

Liebe Grüße

eure gelöcherte Onko

*Die Idee mit den Metahasen kommt von meiner zweiten Hälfte 😀 Ein wahrlich toller Einfall. Nimmt es doch damit den kompletten Angstschiss weg. XD (gemeint sind Metastasen)

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2 Antworten zu Film der Woche »Die Suche nach den *Metahasen«

  1. unfuckingfassbar schreibt:

    💚🍀💪auf das die metahasen sich einen anderen aufenthaltsort gesucht haben und das nur ein schlefaz teaser ohne realisierung und fortsetzung bleibt!

    Gefällt 2 Personen

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