Aktueller Stand: Moppelkotze

Wenn ich schon mal dabei bin meine Metastasen Metahasen zu nennen, dann darf bitte schön meine Situation auch mal zum Kotzen sein! Ich habe schon länger nichts mehr von mir lesen bzw. hören lassen. Das liegt an folgenden Baustellen:

 

Baustelle Nr. 1:     Gleichgewicht

Ich bin noch dabei mein Gleichgewicht zu finden. So schnell wie bei meiner Erstdiagnose wird es nicht. Ich kann die verdammten Metahasen leider nicht einfach so abschütteln als wären sie die Schuppen auf meiner Kopfhaut. Die Baustelle hat leider die Auswirkung, dass ich immer mal wieder Angst um mein Leben habe. Das die Medikamente nicht die Auswirkungen auf die Köttelnden „Mietnomaden“ haben, wie ich erhoffe. Leider bekomme ich erst im Oktober oder November die Untersuchung, die mir genaueres Sagt. Ich habe auch Angst, dass sich mein Gesundheitszustand verschlechtert und meine Lebensqualität darunter leiden wird.

Baustelle Nr. 2:     Ängste

Neben meinen Lebensängsten kommen auch Existenzängste in Form von Finanzierungsproblemen auf. Ich bin derzeit mal wieder in den wirrenden Fluren der Behörden unterwegs. Es häufen sich nicht nur die verbrachten Minuten in Warteräumen, sondern auch die Papierstapel der verschiedenen Ämter. Rentenantrag und ALG II zur Überbrückung der Wartezeit bis zur Rente. Bis ich Harz 4 bekomme kriege ich die restlichen Tage meines Krankengeldes ausgezahlt, denn am 23. September endet mein Arbeitslosengeld 1. Dazu habe ich nun eine Änderung meines Schwerbehindertenausweises losgeschickt.

Baustelle Nr. 3:     Schmerzen

Schmerz lass nach. Nach dem ich von dem Bundeskongress aus Magdeburg gekommen bin, hat sich der Schmerzteufel bei mir eingeschlichen. Ich habe wieder einen Schub bekommen. Das heißt meine Knochen verändern sich so in der Struktur, dass die Knochenhaut aufbricht oder sich verändert und Schmerzsignale aussendet. Das hat mit Verspannungen auf dem Bundeskongress angefangen und erst mit der Medikation von der Schmerztherapeutin aufgehört. Ich habe also täglich immer mal wieder Schmerzen, seien es kleine Piekser oder drückende Schmerzen. Dazu kommen noch Verspannungen im Schulter-Nackenbereich. Die Medikamente halten viel gesenkt, doch für den Nacken kriege ich eine Marnitzmassage. Sollte die Massage die Muskelverspannung gelöst haben, werde ich in Absprache mit meiner Schmerztherapeutin die Dosis erhöhen.

Baustelle Nr. 4:     Müdigkeit

Ich bin sehr häufig Müde. Bei Stress und in Konflikten bin ich nach der Klärung kaum zu etwas zu gebrauchen. Dazu kommt, dass ich auch nicht ausgeruht bin wenn ich mich mal für 20 Minuten hingelegt habe. Wobei es meist nicht bei 20 Minuten bleibt, sondern zu 2 Stunden wird. Was mir aber positiv auffällt. Ich fühle mich wacher, wenn ich an etwas Arbeite, das mich euphorisch Stimmt. Derzeit habe ich ein neues Hobby entdeckt. Sketchnotes. Ich bin  nun fleißig am Doodlen und Zeichnen.

Liebe Grüße

Eure Onko

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2 Antworten zu Aktueller Stand: Moppelkotze

  1. fraggle schreibt:

    „Sketchnotes“ musste ich googeln – und habe trotzdem nur die Hälfte verstanden. Als Wikipedia mir irgendwas von „mnemotechnischen Mentalfaktoren“ erzählen wollte, bin ich ausgestiegen. 😉

    Und ja, Deine Situation darf durchaus mal zum Kotzen sein. Was die Baustellen angeht, so bin ich zuversichtlich, dass sich das in naher Zukunft Stück für Stück bessert. Die Baustelle Nr. 2 würde ich beispielsweise umgehend zuschütten. 😉 Dieser leidige Papierkram ist sicherlich anstrengend, aber irgendwann – sehr bald – sind alle Anträge gestellt und alle Nachweise abgegeben, vielleicht kehrt dann auf dieser Baustelle etwas Ruhe ein.

    Was die dritte Baustelle angeht, so bin ich einfach mal unumstößlich optimistisch, dass da bald Besserung eintritt.

    Wenn diese beiden Baustellen abgeschlossen gibt, bessert sich sicherlich auch die Situation auf der vierten. Wenn man sich mit so vielen Dingen beschäftigen und auseinandersetzen muss, wie Du das gerade musst – was ich nur erahnen, aber nicht wissen kann -, dann ist es doch wenig verwunderlich, wenn der Körper mit Erschöpfung und Müdigkeit reagiert. Wenn die Anzahl der Baustellen also weniger wird, bessert sich die Müdigkeit bestimmt.

    Und daaaann, wenn das alles mehr oder weniger erledigt ist, wirkt sich das sicher auch aufs Gleichgewicht aus.

    Long Story short: Was ich in meinem – für Montage normalen – weitschweifigen Geschwafel sagen will ist: Immer eins nach dem anderen, dann bin ich optimistisch, dass es Dir bald wieder besser geht! 🙂

    Ich drücke weiter die Daumen, auch wenn das die Tastaturbenutzung im Alltag erheblich erschwert! 😉

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  2. onkobitch schreibt:

    Lieber Fraggle, ich tue mich derzeit mit Antworten schwer, egal ob es Geburtstagsgrüße sind oder Kommentare! Mir fehlen so manchmal die Worte. Dein Kommentar tat richtig gut! Da die Stimmungen häufig eher gedrückt sind, war dies eine wirkliche Auffrischung. Danke :). Ja, so langsam lichtet sich der Papierberg und ich habe sogar meine Zuzahlungsbefreiung bei der Krankenkasse für dieses Jahr durchbekommen! 😀 Welch eine Freude!
    Liebe Grüße
    Onko

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