Just ask: Wodurch entsteht Fatigue

TürmchenWillkommen zur Fragerunde. Ich habe vor geraumer Zeit über Twitter eine Fragerunde gestartet. Manchmal hat man Fragen auf dem Herzen, traut sich aber nicht diese zu stellen. Oder, man hatte nie die Gelegenheit Fragen zu stellen, weil man nicht den richtigen Moment findet. Diesen zwei und hoffentlich noch anderen doofen Gründen gehe ich nun entgegen und führe ab und an in unregelmäßigen Abständen eine Fragerunde über meinen Socialwebseiten durch.

Eine Frage die ich erhalten habe war: Wodurch entsteht Fatigue?

Bevor ich diese Frage beantworten kann/ will müssen wir erstmal wissen was Fatigue überhaupt ist.

In dem Schulungsmanual und Selbstmanagementprogramm für Menschen mit Krebs: „Fatigue individuell bewältigen“ von Ulrike de Vries, Karl Reif, Franz Petermann und Stefan Görres ist Fatigue […]für eine Reihe von Zuständen gekennzeichnet.“

  • extreme Müdigkeit
  • Erschöpfung
  • Schwäche
  • Mattigkeit
  • Motivations- und Antriebslosigkeit
  • Kraft und Energielosigkeit oder auch
  • Traurigkeit und Niedergeschlagenheit

Neben einer Krebserkrankung kann Fatigue auch bei Menschen mit Depressionen, MS, chronischen Herz- und Lungenerkrankungen, Sakoidose, Morbus Crohn u.a. auftreten.

Das krebsbedingte Fatigue ist laut Definition „ein quälendes, anhaltendes, subjektives Gefühl von Körperlicher, emotionaler oder kognitiver Müdigkeit oder Erschöpfung, das im Zusammenhang mit einer Krebserkrankung oder -therapie auftritt und die Alltagsfunktionalität beeinträchtigt. Fatigue steht in keinem Zusammenhang vorangegangener Aktivitäten.“ (Vries 2011 vgl. National Comprehensive Cancer Network NCCN)

Es gibt mehrere Erklärungsmodelle für die Ursache von Fatigue. Häufig ist es aber eine Kombination aus verschiedenen Einflussfaktoren. Zum einen wird der Körper durch die Chemo- und oder Strahlentherapie im Stoffwechsel geschädigt. Energieressourcen sind gemindert und die ständige Krankheitsverarbeitung zerrt an diesem Energiehaushalt des Körpers. Alles was dann noch zusätzlich kommt: Stress durch Krankenkasse, neue Befunde, Körperliche Verluste durch OPs zerrt an dem Energiehaushalt.

Die Psyche spielt also ebenfalls eine wichtige Rolle in dieser Erschöpfung. Die Diagnose allein, kann bereits eine Erschöpfung hervorrufen, weil die Überforderung sehr stark ist. Aber auch Infektionen, Stress, Anämie können Ursache von Fatigue sein.

Es gibt aber auch Möglichkeiten gegen das Fatigue anzugehen. Hierbei muss man 1. ehrlich im Umgang mit seinen Grenzen umgehen und diese versuchen zu akzeptieren. 2. Sich den Dingen bewusst sein, die einem Energie zurückgeben und 3. Geduldig und Konsequent in der langsamen Steigerung seines Energiehaushaltes sein.

Ich habe bei mir beobachtet, dass es bestimmte Dinge gibt die mir Energie zurück geben. Z.B. das halten von Vorträgen, Teilnahme an Veranstaltungen, mein Blog(offen über die Erkrankung und Sorgen sprechen) oder meine Zeichnungen. Hätte ich diese Möglichkeiten nicht, würde mir permanent Energie entzogen werden. Ich habe also während der Therapie bewusst nach Dingen gesucht, die mir diese Energie wieder zurück geben.

Fazit: Fatigue kann sowohl durch die Therapie als aus der Erkrankung selbst entstehen.

Ihr wollt gern mehr über Fatigue erfahren? Just ask. Einfach die Frage in meine Kommentarbox schreiben und ich widme mich dem Thema in einem anderen Beitrag. Zum Beispiel über:

  • empfinden von Fatigue
  • verhindernde und unterstützende Faktoren
  • Schlafprobleme etc

Eure Onko

Quelle: „Fatigue individuell bewältigen“ von Ulrike de Vries, Karl Reif, Franz Petermann und Stefan Görres- Schulungsmanual und Selbstmanagementprogramm für Menschen mit Krebs; (Huber 2011 Bern)

 

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2 Antworten zu Just ask: Wodurch entsteht Fatigue

  1. Mrs Postman schreibt:

    Fatigue ist eine gemeine Sache. Weil man (oder ich, ich bin MSlerin) sich gerne selbst sagt „jetzt reiss dich mal zusammen“ und dann unter Umständen sehr kontraproduktiv damit umgeht. Ganz zu schweigen vom Umfeld, das dieses Phänomen in der Regel gar nicht versteht.

    Gefällt 1 Person

    • onkobitch schreibt:

      Danke für dein Kommentar! Ich kann da nur zustimmen. Häufig kommt es zu den unmöglichsten Momenten und dann wenn man sich, sei es positiv oder negativ, emotional und körperlich verausgabt hat. Gegen sich zu arbeiten ist sowieso zehrend.
      Lg

      Gefällt 1 Person

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