Just ask: Werde ich meinen Krebs wieder los?

Die nächste Frage aus meiner Twitterfragerunde lautet eigentlich: „Besteht eine Chance, dass du deinen Krebs los wirst?“

Silvester

Kurz und knapp: Nein, leider nicht.

Ich habe Metastasen. Viele haben bei diesem Wort bereits den Tod vor Augen. Ehrlich, am Anfang meiner Metahasendiagnose hatte ich das auch und ziemliche Angst. Aber meine Gynäkologin sagte mir klar und deutlich „Von Knochenmetastasen stirbt man nicht“. Meine Psychologin sprach von es gibt verschiedene Metastasen und häufig erwischt einen nicht das Allerbeste und auch nicht das Schlechteste, eher etwas dazwischen. Dennoch ist der Tod und wie ich mein Ableben gestalte in meinen Fokus gerückt. Es tut mir sogar gut, darüber nachzudenken, reden und es zu verarbeiten! Aber wie gesagt, das Thema kommt später.

Das Problem an den Metahasen ist, wenn der Tumor einmal gestreut hat, dass im Körper noch schlafende Zellen herumschwirren können. Es gibt also wandernde Krebszellen, die sind so klein, dass sie noch nicht angefangen haben sich zu teilen und zu wachsen. In diesem Stadium wandern sie durch den Blutkreislauf durch den Körper können aber z.b. durch eine Chemotherapie nicht angegriffen werden. Irgendwann beschließen sie zu wachsen und setzen sich dabei an bestimmten Stellen an. Bei mir sind es vor allem die Brustwirbel, Brustbein und meine Hüfte. Aber auch ein kleines Müh hat sich an meiner Leber gesetzt.

Damit sie dort aber nicht größer werden bekomme ich eine Antihormontherapie, denn auch meine Metahasen sind Hormonsensitiv und haben einen Hormonrezeptor an jeder Zelle. Bleibt das Östrogen weg, kriegen die Metahasen kein Befehl zu wachsen. Sie stagnieren und in einem sehr sehr guten Fall werden sie sogar vom Körper wieder erkannt und abgebaut.

Neben der Anithormontherapie kriege ich auch Bisphosphonate, das sind Medikamente die den Knochen-auf und Abbau stoppen. Dadurch werden die Metastasen in den Knochen eingeschlossen und sie können sich nicht bewegen. Sie bleiben also da. Es ist vergleichbar mit einem frischen Schnitzel dass man einfriert. Die Bakterien auf der Oberfläche können sich im eingefrorenen Zustand nicht vermehren, taut man das Fleisch wieder auf, können sich auch die Bakterien vermehren. Im Grunde ist es mit den Metastasen ähnlich. Das Absetzen der Antihormontherapie würde die Metahasen wieder ihr Futter geben.

Es ist auf jedenfall so, dass auch wenn die Metahasen verschwinden würden, könnte man nicht ausschließen, dass nicht doch irgendwo etwas herumschwirrt. Und anstatt das ich eine weitere Chemotherapie und oder härtere Medikamente bekomme gibt es eine schonende Antihormontherapie.

Ein wichtiger Punkt ist den ich persönlich sehr sinnvoll bei einer Metastisierung finde ist: Vergleiche dich nicht! Die Therapie ist viel individueller als die Grunderkrankung, weil die Metastasen vor allem bei jedem irgendwie woanders sitzen und auch die Biologie eine wichtige Rolle spielt. Also immer mit dem Arzt sprechen und oder sich auf den Fachseiten zu Brustkrebs informieren. (z.B. Krebsinformationsdienst)

Ich habe mich tatsächlich besser mit meiner chronischen Situation arrangiert. Und wegen dieser chronischen Erkrankung finde ich es ätzend Heilungswünsche zu bekommen. Es gibt keine Heilung und diese kleinste minimalste Möglichkeit möchte ich mir nicht vorhalten. Das wäre nur eine unrealistische Sichtweise, die mir eine falsche Hoffnung suggeriert. Also lieber auf dem Teppich bleiben und mit dem leben was gerade gut läuft.

Habt ihr noch Fragen?  Dann schreibt mir einfach.

Liebe Grüße

Eure Onko

 

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