Schnuppertour durch die Palli

Palli, in Fach- und internen Kreisen wird so die Palliativstation genannt. Wie ist es so auf einer Palliativstation? – Wurde ich gefragt. Ich kann mich da nicht kurz halten, deswegen gibt es einen kleinen Bericht von mir über meine aller ersten Eindrücke.

Vor ein paar Tagen habe ich von einer guten Freundin erfahren, dass just am heutigen Mittwoch eine Bilderausstellung auf der Palliativstation eröffnet werden sollte. Ich habe also die Situation am Schopfe gepackt und bin hingegangen. Aus mehreren Gründen, vor allem hatte ich eine kleine Depriphase. Geschuldet dem schwül warmen Wetter, welches mir zu schaffen machte,  der Tod meiner Mutter, der mich von Zeit zu Zeit ganz schön mit nimmt und zu guter Letzt doch kleine Entzugserscheinungen durch meine Schmerzmedikamente. Ich habe mir gedacht, dass ich vielleicht dort auch auf Antworten zu meinen unbeantworteten Fragen komme: Auf der Palliativstation wird gestorben und da muss es total schrecklich sein.

Zunächst ist die Palliativmedizin bzw. die Station an unser Klinikum gebunden und die Räume reihen sich wie auf einer Station an einen langen Flur. Der Unterschied zu den gängigen Stationen ist die Ruhe auf dem Flur, bzw. die Menschenansammlung, die da ist um sich die Bilder anzuschauen. In einem großen Raum spielt eine Schülerin am Klavier und es wird wenn auch leise sehr angeregt miteinander gesprochen. Während ich mir die ersten Bilder betrachte, entdecke sich an jedem Zimmer eine niedlich verzierte Nummer mit einem schönen Spruch. Es gibt einen Gemeinschaftsraum mit bequemen Sitzmöglichkeiten. Es sieht mehr nach einer Wohngruppe aus, bei dem der eine mehr und der andere weniger aktiv seinen Alltag beschreiten kann. Neben den Besuchern sind auch Schwestern, ein Seelsorger, eine Ergotherapeutin und der Palliativarzt vertreten.

Witziger Weise habe ich die Ergotherapeutin im Dezember 2017 im Foyer des Klinikums an einem Basar getroffen und mir Rat zu meiner Situation und der zu Hause geholt.  Sie hat mich doch glatt wieder erkannt und sich tierisch gefreut mich anzutreffen. Ich weiß noch wie sie sagte, „Auf einer Palliativstation wird nicht nur gestorben, es gibt auch Menschen die dort Sterben aber das ist nicht der Hauptgrund warum sie dort sind.“ Es wird aufgepeppelt, aufgefangen und sich mit Hobbies beschäftigt. Der „Ergotherapie-Raum“ hat mir dies verdeutlicht. Ich habe heute also nur einen kleinen Einblick bekommen. Dies wird sich aber wahrscheinlich in den nächsten Tagen bzw. Wochen ändern. Es eröffnet da ein Café-Projekt, bei dem jeden Freitag ein Café öffnet bei dem Kaffee und Kuchen aber auch Angebote von Ehrenamtlichen umgesetzt werden. Ich wurde ebenfalls gefragt ob ich mich beteiligen möchte. Auf jeden fall wurde ich eingeladen und ich denke, dass es mir gut tut, meine zukünftigen Möglichkeiten anzuschauen. Und ich habe generell die Einladung bekommen immer vorbei zu schauen wenn ich möchte.

Mein erster Eindruck war also recht positiv aber auch eher Ausstellungsgebunden. Ich werde euch also auf dem Laufenden halten 🙂

Liebe Grüße

Eure Onko

 

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