Ein Blick zurück und zwei voraus

Vor einer Weile wurde ich gefragt, ob ich meine Zeit zurückdrehen würde. Auf die Zeit vor meiner Erkrankung.

Eine gute Frage, die mich nicht nur mit meinen Metahasen, sondern auch schon vorher beschäftigt hat.

Da kommt mir die Gegenfrage: Wann ist der richtige Moment? Eine, zwei oder drei Wochen vor der Diagnose? Eher nicht! Bei der Größe meines Tumors müssten schon mehrere Jahre vergangen sein, in denen ich mit meiner Schakeline durch das Leben gewandert bin. Ein richtigen oder passenden Moment gibt es da nicht, denn auch mein Gesundheitsverhalten hatte etwas mit meiner Früherkennung des Tumors zu tun. Im Grunde müsste ich wiedergeboren werden, alles nochmal auf Null stellen. Also NEIN, ein Zurückdrehen der Zeit würde nichts an meiner Situation verändern, denn so viele Menschen müsste ich mit einbeziehen. Außer, mein Vergangenheits-Ich würde von dem Zukunfts-Ich Bescheid wissen. Doch es ist nicht das verhindern der Erkrankung, die mir ein deutliches „Nein“ hervorlockt.

Es sind viel mehr die vielen Erfahrungen, die ich bis heute gemacht habe, die ich nicht missen will. Die neuen Perspektiven, die Menschen um mich herum, Kontakte, Ereignisse und das was ich weitergeben kann. Das was mich vervollständigt hätte ich, ohne dieses lebensverändernde Ereignis nicht gehabt. Denn meine Erkrankung ist ein Katalysator für die wichtigen Dinge, für meine Prioritäten für ein Leben, dass ich Bewusst gestalten möchte. Zum Glück in einem Umfeld, in dem mir das gelingen kann, weil der Raum dafür da ist. Ich wäre verrückt, wenn ich diesen Schatz für die Blindheit im Leben von zuvor wieder tauschen würde. Und auf eins hätte ich so gar kein Bock, die Erfahrungen noch einmal zu machen. Ich bin froh, dass dies hinter mir liegt. Also lieber zwei Blicke nach vorne und ein zurück.

Und da kommen wir nun an den Punkt meines Beitrags. Mein Jahr war ziemlich turbulent und holprig. Am Anfang wurde ich in einem Wagen ohne Stoßdämpfer eine Kopfsteinpflasterstraße mitgerissen, jetzt zum Jahresende laufe ich wieder in meinem Tempo und kann über die Risse im Asphalt hüpfen.

Meine Highlights in diesem Jahr waren

  • Meine genehmigte Rente mit 33 . Denn der Stress mich dem Arbeitsmarkt zur Verfügung zu stellen, fiel wie schwere Steine von meinen Schultern.
  • Das German Masters (Snooker Turnier) in Berlin. War das zweite Highlight in meinem Jahr. Während ich schon Jahre zuvor auf dem Sofa die Spiele gefeiert habe, konnte ich dies nun auf den Rängen in Berlin erleben.
  • Ich habe ein erstes Interview mit Andrea Heckmann, von Angehörigen in meinem Blog.
  • Ein tolles Event in Hamburg- die Lesung von Sabine Dinkel und „Krebs ist wenn man trotzdem lacht“ Unter Metahase meets Schnieptröte! die Eindrücke.
  • Ich habe an einem wahnsinnig tollen Projekt mitgearbeitet und meine Comics in ein Leitfaden: Broschüre! eingearbeitet.
  • Ein paar Monate später folgte ein Kreativ-Workshop in einer Online-Selbsthilfegruppe der Netzwerkstattkrebs
  • Unter Onkotours- Bundeskongress 2018 schreibe ich wieder über meine Erlebnisse zum jährlichen großen Treffen der Frauenselbsthilfe nach Krebs und der Netzwerkstatt in Magdeburg
  • Ich durfte ein Interview auf dem Blog „Sterben üben“ von Jasmin Schreiber verfassen.


Tiefe Gedanken

Mein Leben besteht natürlich nicht nur aus den rosigen und wattebauschigen Flocken. Es ist auch anstrengend, die Bewältigung des Drumherums und die Verarbeitung meiner Erlebnisse. In diesem Sinne meine Gedanken.

Zuletzt neben den Beiträgen habe ich Freude, Mut und Kraft tanken aber auch stiften können. Ich habe für viele lieben Menschen etwas zeichnen können. Es war mir eine Herzensangelegenheit die liebe Regina in ihrem Leben ein Stück begleiten zu dürfen. Ich habe im August bei einem Netzwerkstatt Krebs treffen an einem Mega Fotoshooting teilgenommen. Mehr Fotos seht ihr auf deren Instagramprofil. Ein weiteres Event war ein erneutes Treffen mit der Lieben Sabine Dinkel. Daraus entstand ein tolles Crossover- Malprojekt. Ebenfalls freue ich mich wahnsinnig über neue Kontakte, über neue Projekte die entstanden sind und noch am entstehen sind. Wahnsinnig tolle Erlebnisse allein im vergangenen halben Jahr. Ich bin so erstaunt, begeistert und erfreut, dass mein Leben so eine Wendung erhalten hat. Auch wenn ich einen Menschen wahnsinnig vermisse. Ich verrate aber schon vorab: Ende Dezember bzw. Anfang Januar gibt es von mir einen Vorausblick! Ihr könnt euch schon auf was gefasst machen 😀


Ich wünsche euch nur das Beste. Frohe Weihnachten und eine besinnliche Winterzeit.

Eure Onko!

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Eine Antwort zu Ein Blick zurück und zwei voraus

  1. Der Feind in mir schreibt:

    „ich diesen Schatz für die Blindheit im Leben von zuvor wieder tauschen würde.“ das trifft es genau: durch die Krankheit habe ich gelernt, mich auf das Wichtige zu fokussieren – und was wichtig ist, hat sich auch geändert 🙂 fröhliche Weihnachten und ein weiteres wundervolles und kreatives Jahr für Dich

    Gefällt mir

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