Die Rückkehr der Metahasen

Mein Leben mit den Metahasen könnte man sich wie Monsterfilme vorstellen… schlechte Monsterfilme. Nach dem das Böse vernichtet wurde und der Film zu Ende geht, poppt plötzlich aus dem Wasser oder dem Erdboden ein Abkömmling hervor. Mit meinen Metahasen sieht es nicht anders aus.

Ich hatte mich schon etwas in Sicherheit gewogen, als dann plötzlich doch unerwartet neues ungewünschtes Leben in meiner Leber ersichtlich war. Obwohl meine Psychologin und ich auch diesen Fall bereits besprochen hatte, konnte ich es mir nicht vorstellen.

ArniIch habe schon vor mehr als einem Jahr die Möglichkeit in Betracht gezogen, dass sich die Drecksviecher noch mal melden. Wie man unschwer in einem meiner ersten Comics sehen kann. So ist es jetzt auch gekommen. Hätte natürlich auch anders sein können. Aber so ist der Stand nun mal.

Etwas mehr als 1,5 Jahre bin ich Progressionsfrei durchs Leben gestapft. Ich habe nach der Besserung meiner Knochenschmerzen keine größeren Auswirkungen durch meine Metahasen. Vor knapp 2 Wochen kam dann plötzlich ganz unerwartet ein negativ CT Befund reingeflattert. Aufgrund seiner inhaltlichen Schwere dürfte er gar nicht abheben. ^_^‘

Im CT sind mehrere Herde in der Leber aufgefallen. Alle recht klein und umfassen noch den Millimeter und Zentimeterbereich. Da das CT zwar gute Bilder macht aber um es doch besser einzugrenzen wurde zur direkten Ansicht noch eine Sonographie (Ultraschall) gemacht.

Warum ich jetzt erst hier schreibe?! 

Zuerst war ich in der Wartezeit zwischen CT-Befund und Ultraschall wie gelähmt. Meine Gedanken kreisten immer wieder um den gleichen Brei. Meine Angst hat sich dann in meine Wohnung eingemietet und Rambazamba gemacht. Über dieses Thema werde ich noch ausführlich schreiben. Ich hatte auf jedenfall Muffensausen hoch 10. Und dann musste ich mich erstmal erholen, alle Informationen sammeln und meine nächste Therapieentscheidung treffen. Ich wusste auch erstmal nicht wie ich und was ich schreiben sollte und vor allem fehlte mir auch selbst der Rückblick.

Ist meine Situation bedenklich?

Im Moment ist meine Situation nicht Akut. Ich habe keine erkennbaren Symptome (außer die ich mir jetzt einbilde und durch den Stress entwickel). Die Metahasen sind noch so klein, dass sie mich nicht gesundheitlich einschränken. Es ist aber wichtig aktiv zu werden, so dass sie nicht weiter wachsen.

Wie geht es jetzt weiter?

Mit einer Überlegungszeit von einer Woche habe ich mich mit meiner Onkologin dazu entschlossen erst einmal meine Antihormontherapie umzustellen. Ich bin sehr glücklich, dass sie dem Motto folgt nicht mit Kanonen auf Spatzen zu schießen. Ich habe tatsächlich noch nicht den Wunsch eine Chemotherapie zu beginnen. Ich werde dies aber tun sollte in 3 Monaten keine Besserung eintreten, so der Plan. Die Chemotherapie wird dieses mal keine Kombinationstherapie werden. Also es gibt nur ein Wirkstoff, der dann den Aufbau der Zellwand stört und die Tumorzelle dazu zwingt zerstört zu werden. Darüber werde ich aber genauer schreiben wenn es soweit ist.

Warum wirkt meine aktuelle Therapie nicht mehr?

Meine Onkologin hatte eine tolle Metapher bzw. Erklärung. Sie beschrieb die Wirkung der Antihormontherapie wie bei einem Dominoeffekt. Zunächst werden die Krebszellen aktiviert damit sie wachsen und gleichzeitig im Wachstum gehemmt. Sie werden in den Zelltod geschickt. Da sich Krebszellen in ihrer Teilungsphase trotzdem Verändern können, passiert es eben, dass so alternative Wege entstehen mit denen sie an Nahrung kommen und nicht im Wachstum blockiert werden. (Ich hoffe ich habe das richtig verstanden!)

Wir versuchen also mit der neuen Antihormontherapie wieder mehr der Zellen zu blockieren. Ich merke aufjedenfall, dass die Medikamente wirken, da ich ein paar Nebenwirkungen verspüre.

KackbratzeIch bin ganz schön empört über dieses Expandierungsunterfangen meiner Metahasen, dass ich doch glatt wieder zu meinen Stiften gegriffen habe. Es gibt eine kleine Onko-Veränderung sozusagen eine kleine empörte Dramaqueen mit Federboa und erhabener Krone. :D. Es sind auch einige Comics über die heimtückischen Taktikspielchen meiner Metahasen entstanden. Ich kann euch also wärmstens empfehlen auf Instagram vorbei zu schauen.

Mir geht es an sich gut. Ich habe nicht so ein langen Schock wie zu beginn meiner Metahasendiagnose erlebt. Ich bin aber noch dabei diesen neuen Umstand zu verarbeiten. Ich bin hoffnungsvoll und skeptisch zu gleich und auch noch etwas unentspannt. Aber an sich bin ich guter Dinge, da ich noch am Anfang meiner Therapie stehe- denke ich.

Die ollen Metahasen sollen sich warm anziehen!

 

Liebe Grüße

eure Metahasenbändigerin

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9 Antworten zu Die Rückkehr der Metahasen

  1. Mrs Postman schreibt:

    Ich habe das nicht geliket weil ich es gut finde….. Drücke sehr die Daumen….

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  2. Der Feind in mir schreibt:

    was für ein Mist.

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  3. fraggle schreibt:

    Ich weise dieses Expandierungsunterfangen ebenfalls mit aller Vehemenz zurück und werde meine Chefdiplomaten gleich mal anweisen, eine entsprechende Protestnote zu verfassen! 🙂 Alles Gute!

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  4. mrsshahbandar schreibt:

    Das ist sch….. Ich wünsche dir alles Liebe und Gute.

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  5. somi1407 schreibt:

    Wenn ich ein Like vergebe, ist das bei den Texten hier nicht als „Gefällt mir“ zu verstehen, sondern eher als Lesebestätigung. Fühl dich gedrückt.
    PS: Osterzeit = (Meta)Hasenzeit?

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