Verflixter Juli!- Die Leiden der jungen Metahasenbändigerin

Was für ein verflixter Monat doch hinter mir liegt! Ich habe mich eingeigelt, habe meine Fühler eingezwirbelt und kaum was von Außen mitbekommen.

Dabei fing alles so guut an. Ich hatte eine Comic-Ausstellung in Heidelberg und war paar Tage später in Berlin. Ich habe auf dem Get-Together der Mammomädels so viele tolle Frauen getroffen! Das war Wahnsinn. Später habe ich noch jemanden aus meinem Twitteruniversum getroffen und bin echt beseelt zu meiner Familie gefahren.

Leider kam dann schlagartig alles anders. Über Nacht (7.7) hat sich ein fieser Schmerz breit gemacht. Im Bein und der rechten Hüfte. Mit etwas wärme konnte ich es behandeln aber eine Linderung gab es kaum. Die Probleme gingen Tagsüber meist weg aber Nachts wurden sie immer schlimmer. Ich bin dann nach Hause gefahren hatte eh ein Termin bei meiner Gyn (11.7). Ich habe sofort eine Überweisung für ein CT ins Krankenhaus bekommen, leider ging das nicht so schnell wie gedacht. Eine Woche später bekam ich erst den CT-Termin (18.7) (was ja fix ist). Zu dem Zeitpunkt hatte ich aber schon 2 Wochen schmerzen, die so wechselhaft wie der April waren. Die Ärzte haben, was ja scheinbar naheliegend war, den Schmerz auf meine Metahasen geschoben. Meine Onkologin wollte, bevor ein Orthopäde draufschaut das CT-Bild haben um nicht noch mehr Schaden anzurichten. Das CT ist gelaufen und ich bin am Montag (22.7) in die Tagesklinik zur Auswertung. Der Bericht war da, keine Informationen zur Hüfte, gleichzeitig war meine Onkologin Krank, die Ergebnisse müssen noch in die Tumorkonferenz. Da ich aber vermutlich noch nicht angemeldet bin gibt es erst eine Woche später (31.7) die Ergebnisse. Also habe ich bis zum nächsten Gespräch knapp 4 Wochen lang schmerzen, die Nachts unerträglich sind. Ich habe mir einen Termin am 30.Juli bei der Schmerzambulanz eingeholt.

Am Montag (29.7) hatte ich eine Lymphdrainage, die wollte ich absagen. Ich hatte in der Nacht von Sonntag auf Montag kein bisschen geschlafen. Ich habe viel geweint, denn mein Bein schmerzte bei jeder Bewegung im liegen. Ich konnte kaum noch sitzen, liegen stehen oder gehen. Dabei bekam ich schon Schmerzmittel. Die Physio sagte am Telefon auf den Wunsch meiner Absage, ich sollte trotzdem vorbei kommen. Ich habe dort innerhalb von 5 Minuten meine Blockade auf dem Ischiasnerv losbekommen. Ich konnte wieder gehen, stehen und liegen. Mir kamen vor Erleichterung die Tränen! 4 Wochen schmerzen waren plötzlich weg. Leider sind meine Gesäßmuskeln  so verspannt, dass ich einen undefinierbaren Druckschmerz empfinde. Ich werde da wegen einer Marnitzmassage fragen. Das muss gelockert werden!

Leider hielt das Glück von Schmerzfreiheit nur von kurzer Dauer. Über Nacht haben sich dann fiese Koliken entwickelt. -.- Wieder eine Nacht ohne Schlaf. Gut, dass ich am nächsten Tag zur Schmerztherapeutin ging. Die hat mir auf jedenfall was gegen die Schmerzen und mein Onkodok in Vertretung, hat mir dann auch was gegen eine Magenentzündung verschrieben. Der ganze Stress muss wohl seine Auswirkungen haben.

Chronische Schmerzen sind echt ein Übel. Sind sie erst einmal da, kommt das Schmerzgedächtnis langsam aber stetig dazu und die Schmerzen werden anders wahrgenommen. Ich konnte zum Ende hin nicht mehr den Schmerz verdrängen, er war so intensiv, dass auch mein Gefühl der Hilflosigkeit sehr groß wurde. Alles fühlte sich gräßlich und elend an. Es ist also wichtig Schmerzmittel (mit Absprache des Arztes) regelmäßig über einen längeren Zeitraum zu nehmen. Setzt man es zwischen durch ab oder nimmt es nur in den Akutsituationen, dann geht man die Schmerzspirale immer weiter runter. Während ich meine Lebenssitation immer noch nicht aussichtslos erachte, habe ich trotzdem das Gefühl einfach nicht mehr die Energie und die Kraft zu haben, das alles meistern zu können.

Beide Probleme haben wahrscheinlich nichts mit den Metahasen zu tun! -.- Manchmal ist es mit meiner Diagnose schwer, die Symptome nicht auf die Metahasen zu beziehen, auch für Ärzte.

Diesen Mittwoch gab es dann die vollständigen Ergebnisse meines CTs. Die Therapie wirkt leider nicht so wie sie soll und die Nebenwirkungen sind größer als der Effekt. Das heißt ab nächster Woche werde ich eine Tablettenchemo bekommen. Bis dahin werde ich mich ausruhen, meinen Magen schonen und Kräfte sammeln. Die Chemo wird einmal wöchentlich als Tablette geschluckt und soll gut verträglich sein. Das klingt schonmal sehr gut. Auch der Haarausfall soll sich in Grenzen halten. Ich bin gespannt, ansonsten mochte ich ja meine Murmel.

Ich halte euch auf dem Laufenden und versuche noch ein paar Rückblicke aus Heidelberg und Berlin zu posten!

Liebe Grüße eure erschöpfte Metahasenbändigerin

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3 Antworten zu Verflixter Juli!- Die Leiden der jungen Metahasenbändigerin

  1. MaiRose42 schreibt:

    Ich drück dir die Daumen, und dich in Gedanken 😘

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  2. Der Feind in mir schreibt:

    ich hab schon geahnt, dass sich gerade etwas bei Dir geändert hat – Deine bunten, witzigen Zeichnungen wurden von schwarz-weissen-Strukturbildern abgelöst. Fiese Schmerzen zermürben (ich hatte mal eine gecrashte Bandscheibe, deren Einzelteile sich auf nem Nerv verteilt hatten, der nicht mehr lag, wo er hingehörte – konnte keine zwei Schritte am Stück gehen… schwere Rücken-OP…ich wünsche Dir, dass sich das bei Dir mit der Tablettenchemo wieder verbessert – auf das bald wieder farbige Zeichnungen zu sehen sind…LG

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  3. Deichgräfin Erna schreibt:

    Holy Shit, ich hab das alles gar nicht mitbekommen. Was für eine Tortur! Ich drück Dir sehr dolle die Daumen, dass alles gut wird!!! Viel Kraft und ne dicke Umärmelung ❤️

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