Mit einem lachenden und weinenden Auge – die Abschiedsfeier

Onkos Trauerfeier erlaubte beides, Weinen und Lachen- auch war es ein reger Austausch von denen, die sie kannten und wertschätzen.

Zunächst, eigentlich war es keine Trauerfeier- sie wollte dass wir es, wie im Titel, Abschiedsfeier nennen, entsprechend sollte es auch umgesetzt werden.

Dabei sollte natürlich nicht verdrängt werden dass es um einen symbolischen Abschied geht, also gab es Elemente die Trauer und Lebensfreude verbinden sollten. Das Beginnt schon beim Aufbau, dem Rahmen.

Auf Blumen und Kerzen- beides, starke Symbole die wir mit Trauer und Verlust verbinden, wurde auf ihre Bitte hin verzichtet. Als Hintergund wurde das Bild eines Sees gewählt und die Zwischenräume der Stelen, auf denen (die einzigen) Kerzen, zwei Motiven und die Urne stand, schmückten „Schilf“-Attrappen. Das Gesamtbild strahlte eine gewisse Ruhe aus und erinnerte so, zumindest optisch, weniger an ein Begräbnis.

Es gab drei Reden, sie alle erinneren an lustige, wie auch mutmachende Momente. Sie erzählten von ihrer fröhliche Art, ihrem Optimismus, aber auch Geschichten aus dem „Nähkästchen“, die Familie, Freunde wie auch mich einschlossen. Besonders wichtig war es mir, ihren Mut sich Gegenwart und Zukunft auch in schwiergien Lagen schön gestalten zu können, an die Gäste weiter zu reichen.

Auch musikalisch setzt sie auf Pop, anstelle „schweren“ klassischen Liedern, was die Atmosphäre auflockerte (wippende Füße sind meine stummen Zeugen 🙂

Im Anschluss hatten alle Anwesenden die Möglichkeit die Urne nach belieben zu gestalten oder bzw. und zuätzlich auf einen der vielen ausliegenden bunten Zetteln einen letzten Gruß, eine Nachricht, persönliche Worte zu schreiben und diese in einem Briefumschlag zu legen. Diese wurden gesammelt und zusammen gegen Ende der Veranstaltung in die Urne gelegt.

Die Urne wird bemalt, daneben liegen bunte Zettel für persönliche Nachrichten bereit.

Neben der Urne liegen bunte Zettel für persönliche Nachrichten bereit. eigenes Foto

Beide Möglichkeiten wurden gerne angenommen. Freunde und Familie waren dabei ganz bei sich—und sicher auch bei ihr. Am Ende kam eine kunterbunte Urne und ein Stapel von Briefen heraus. Die Gäste durfen sich zudem einen der vielen bunten Stifte als kleines Andenken mit nach Hause nehmen. Trotz sehr großzügiger Zeit von zwei Stunden, musste ich in den letzten fünf Minuten darum Bitten, zu einem Ende zu kommen da wir den Raum verlassen mussten.

Urne mit Briefumschlägen

Die Urne wurde von vielen Gästen bemalt und auch letzte Grüße waren zahlreich. Bild von Twitter-Userin: @_Adora_Belle_

Mir persönlich hat die Feier sehr gefallen, es war weder gezwungen „happy“, noch stand der Verlust zu sehr im Mittelpunkt. Ich denke, gerade die individuelle Möglichkeit, ganz  frei von den gängigen Konventionen wie sich traditionell verabschiedet werden soll, hat viel dazu beigetragen.

Der bemalte Deckel der Urne

Der bemalte Deckel der Urne. eigenes Foto

Es tat gut, auch wenn mich die Organisation viele Kraftreserven gekostet haben. So bin sicher nicht nur ich eine wertvolle Erfahrung wie so ein Abschied auch gestaltet werden kann, reicher.

Toni

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3 Antworten zu Mit einem lachenden und weinenden Auge – die Abschiedsfeier

  1. Hovi schreibt:

    Da mir immer die Worte fehlen, wenn es um dieses Thema geht, möchte ich einfach nur noch einmal >>Dankeschön Onko<< sagen und ich hoffe die Engel sind lieb zu dir und auch dir Toni ein liebes Dankeschön dafür, das du so schön weiter geschrieben hast. Ich wünsche dir alles erdenklich Gute, aber ich denke Onko wird schon auf dich aufpassen.

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  2. ancy schreibt:

    Es ist eher eine Gedenkfeier, ein Angedenken gewesen, als dass was als solches eher mit einem Abschied verbunden wird.
    Diese Abschiedsfeier trug ihre Handschrift. Typisch Kathrin nicht Onko, denn so ist sie schon vorher gewesen. Stets feierten wir das Leben, denn so selbstverständlich ist es nie gewesen, wir nahmen was wir brauchten und gaben unsere Herzen immer ganz für Familie, Freunde und Beruf. Mach‘s gut Kathrin. Wir werden weiter gehen und auch die kleinen Dinge im Leben weiter in unserem Herzen zu schätzen wissen 🐞.

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  3. Danke, dass Ihr uns an Euren Gedanken und Aktionen habt teilhaben lassen. Ich habe mehrere Kollegen und Freundinnen durch Krebserkrankungen verloren. Eine Freundin wohnte weit weg, dadurch habe ich sie in ihren letzten Monaten nicht mehr treffen können. Das geht mir bis heute nach. Es hat mir sehr geholfen, von Eurer Art des Abschieds zu lesen und mich wieder zu erinnern …

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