Die Metahasenbändigerin – ein Nachruf

Nun ist es also soweit, die Metahasenbändigerin in einem Nachruf zu feiern. Ja, ihr lest richtig- zu feiern, denn ich blicke zurück auf einen wunderbaren, engagierten Menschen, einem klugen wie  kreativer Kopf, eine liebenswerte wie verständnisvolle Partnerin und in den letzten Tagen, Ehefrau.

Das erste was bei ihr auffiel war ihre Ausstrahlung, ihre Lebendigkeit mit der sie den Raum füllte. Es sollte einem nicht ständig ins Gesicht geschrieben stehen, dass mit der Diagnose Krebs durchs Leben gegangen wird- so ihre Devise. Humor und Optimismus, ohne den Realitätssinn zu verlieren, ist das Geheimrezept nachdem wir beide lebten – hier passten wir zusammen so dass wir einander stets stärkten.

Wer ihre Comics von Anfang bis zum Ende anschaut, dem fällt eine Entwicklung auf, die zeigt wie sie an ihrer Diagnose wuchs. Vom Krebs als Mittelpunkt über den Krebs als besiegbaren Feind, als Begleiter und letztendlich, dem Ende.

Immer wieder wehrte sie sich gegen altbackene Ansichten.

Krebs bedeutet nicht Leiden, Krebst bedeute Leben! Mehr denn je, da plötzlich wieder die Erinnerung da ist, dass niemand „unsterblich“ ist.

Sie kämpfte nicht gegen den Krebs als sich die Metahasen einschlichen. Mit Metahasen ist Krebs eine chronische Krankheit, da helfen keine Kämpfe, sondern „Diplomatie“, also das Leben mit Krebs, mit dem Körper, nicht gegen ihn.

Sie starb nicht zu früh– auch wenn ich mir nichts mehr Wünsche als mit ihr gemeinsam alt zu werden. Sie hatte ein erfülltes, aufregendes Leben und hinterließ Spuren. Wie wir alle, schuf sie Neues, gab den Stoß in die Richtung von etwas Neuem was andere fortführen und/oder noch fortführen werden.

Jeder von uns hat mehr Pläne als Leben. Daher sterben wir alle entweder zu früh, oder, sehr viel schöner formuliert, mit dem guten Gewissen etwas hinterlassen zu haben was andere weiterführen bzw. ausfüllen können.

Ja, wir gingen auch durch sehr schwere Zeiten. Doch welches Leben ist frei von Tränen, Schmerz und Leid? Wichtig ist, dass Andere nie zum Standard für die eigene Situation gemacht werden. Im Guten wie im Schlechten kann nur die eigene Person, im eigenen Abschnitt den eigenen Maßstab legen- da ein jeder Mensch auf seine ganz eigene Art sein eigenes Leben führt.

Onko verließ uns in der Nacht zum 27. November. Zuvor hatten wir seit langem die Möglichkeit dem Krankenzimmer zu entfliehen und an einem Ausflug in einem Ruheforst teil zu nehmen. Vom ersten bis zum Letzten Tag auf der Palliativstation durfte ich an ihrer Seite weilen.

Ich bin stolz, sie gekannt, von ihr gelernt, geliebt und geprägt worden zu sein.

Auch wenn es mir noch schwer fällt, will ich nicht daran denken dass sie unser aller Leben verlassen, sondern daran um wie viel sie unser aller Leben bereichert hat.

Der Mann an ihrer Seite

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Alles anders, alles konfus

Das ich ausgerechnet und auch so plötzlich in diese Lage gekommen bin, damit habe ich geschweige denn, mein Partner nicht gerechnet. Meine Therapie schlug richtig gut an. Leider hatte die Leber dann doch einen anderen Plan. Weiterlesen

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Palliativstation

Ihr lieben Follower, sei es hier auf WordPress oder auf Twitter! Mit euren Worten Aktionen und Bildern habt ihr mich die vergangenen Tage echt berührt und schlichtweg von den Socken gehauen. Weiterlesen

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Aufwiedersehen

Ihr Lieben, dies wird wahrscheinlich mein letzter Beitrag werden. Meine Metastisierung schreitet aktuell schnell voran. Die Leber arbeitet nicht mehr wie sie soll und baut täglich etwas mehr ab. man versucht meine Lebensqualität so lange aufrecht zu halten bis ich bereit bin zu gehen. Weiterlesen

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Der Mann an meiner Seite…

…ist mein Ruhepol, Muntermacher, Lebensgeister-Wecker, Freudenretter, Mutmacher, Witzemacher, Zuhörer, Erzähler und Erklärer. Er ist mehr als das und macht auch mehr als das. So wie ich auch ein Stück, Mutmacher, Kräftegeber, Halteseil und Freudenbringer für ihn bin. Weiterlesen

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Zwischen klarem Verstand und getrübten Herzen

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Ich habe da Etwas in mir, an schlechten Tagen wächst es auf eine unbeschreibliche Größe an. Es verschlingt alles an Glück, Hoffnung und Zuversicht, dass sich in mir und um mir herum befindet. Es ist so gefräßig, dass es gefühlt auch die Farben und die Freude in genussvollen Schmatzgeräuschen aufsaugt.

Passend zur Blogparade von Lebenlang möchte ich diesen Beitrag der Reihe „Ich hab was gegen die Angst“ widmen. Künstlerisch und natürlich auch Thematisch in meine Gedanken blicken lassen.

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Wenn der Arsch auf Grundeis geht

Ich bin derzeit in der Situation, bei der mir meine so geliebte Brille von der Nase gehauen wurde. Nicht meine Alltagsbrille zum Ausgleich meiner schlechten Augen, sondern die des Humors, der Kreativität und vor allem meines Mutes und mein Optimismus. Darum wird auch Todd aktuell weggeschoben und erhält für die nächsten 2 Wochen Hausverbot!Toddwegschieben Weiterlesen

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Im Tal der Metahasen

Ich bin angekommen, unten im Tal der Metahasen. Da wo die zotteligen Viecher ihre Haare verlieren und man selbst, in den dunklen und undurchschaubaren Flusen des Grauens, nicht mehr die eigene Hand vor Augen sieht. Weiterlesen

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Verflixter Juli!- Die Leiden der jungen Metahasenbändigerin

Was für ein verflixter Monat doch hinter mir liegt! Ich habe mich eingeigelt, habe meine Fühler eingezwirbelt und kaum was von Außen mitbekommen.

Dabei fing alles so guut an. Ich hatte eine Comic-Ausstellung in Heidelberg und war paar Tage später in Berlin. Ich habe auf dem Get-Together der Mammomädels so viele tolle Frauen getroffen! Das war Wahnsinn. Später habe ich noch jemanden aus meinem Twitteruniversum getroffen und bin echt beseelt zu meiner Familie gefahren. Weiterlesen

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Da brennt die Hütte!

„Befinde ich mich mit einer Krebsdiagnose bzw. Metastasen in einer Ausnahmesituation?“ Diese Frage habe ich gestern auf Twitter gestellt. Ich wollte wissen was die Menschen um mich herum denken und besonders, was ich darüber denke. Ich bedanke mich also vorab bei allen die Abgestimmt haben! Weiterlesen

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