Lymphe – keine Nymphe!

Was so klingt wie eine mutierte Version einer Nymphe, befindet sich in jedem Menschen. Lymphe, auch bekannt als Lymphflüssigkeit, welches durch unsere Lymphbahnen in die Lymphknoten geschickt wird.

Wenn man Gesund ist, dann kriegt man nicht groß mit, dass man so ein Lymphsystem direkt in der Haut hat. Im Grunde ist das Lymphsystem mit den Knoten und Bahnen die Müllabfuhr und Kanalisation der Haut. „Das Lymphgefäßsystem ist unter anderem für den Rücktransport von liegen gebliebener Gewebsflüssigkeit (d. h. nicht wieder vom Blutgefäßsystem resorbierte Flüssigkeit) und Eiweißmolekülen in den venösen Blutkreislauf zuständig“ Bei Verletzungen, seien es Verbrennungen, Schürfwunden, Schnitte oder Quetschungen, beginnt  das Lymphsystem die Abfallprodukte in den Haut- und umliegenden Zellen abzubauen und in die Lymphknoten zu transportieren. Bei einer Halsentzündung können schon mal die Lymphknoten geschwollen sein. Meistens sind sie auch Druckempfindlich.

Bei einer Brustkrebserkrankung kommt es häufiger vor, dass ein oder mehrere Lymphknoten in der Achsel mit befallen sind. Während die Lymphknoten durch die Entzündungen auch Druckempfindlich sind, tun durch Krebszellen vergrößerte Lymphknoten nicht unbedingt weh.

Warum ist das Lymphsystem dann nach der Operation  und Therapie von Bedeutung?

Wenn Lymphknoten befallen sind, werden sie mit der Tumor-OP entfernt und im Anschluss auch bestrahlt. Die Ärzte versuchen alles medizinische um das Risiko eines Rezidives zu verringern. Eine Bestrahlung kann bewirken, dass durch die Zerstörung der Zellen ein Lymphodem entsteht. Das hängt aber auch von der Anzahl der entfernten Lymphknoten oder der OP-Narbe  ab.

Wurden Lymphknoten einmal entfernt, dann wachsen sie auch nicht mehr nach. Die Bahnen sind kaputt und wachsen zu. Wie in einer Sackgasse geht es für die Lymphflüssigkeit nicht mehr weiter. Kurz nach einer Operation ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass man ein Post-Operatives Lymphodem bekommt. Diese Schwellung des Armes oder des Brustbereiches geht aber nach 2-3 Wochen zurück. Bei einer Schwellung, staut sich die Zellflüssigkeit an den Stellen, wo die Bahn enden bzw. es wird mehr auf den gesunden Wegen abgeleitet. Die übrigen Lymphbahnen und -knoten können das Lymphwasser nicht schnell genug abbauen und es dringt in die umliegenden Zellen. Damit es nach der Post-Operativen Stauung nicht zu einem Ödem kommt, darf man seinen Arm nicht mehr unter ständiger Belastung halten und muss sich vor Verletzungen sowie Entzündungen schützen.

Eine Lymphdrainage hilft, bestehende Lymphbahnen zu aktivieren. Die Lymphknoten werden, durch eine gezielte aber sanfte Hautoberflächen-Massage, zum Arbeiten angeregt. Im Herbst 2015 hatte ich meine ersten Sitzungen bei meiner Physiotherapeutin. In diesem Jahr habe ich mir ein neues Rezept geholt um die Therapie fortzuführen. Durch mein Training im Fitnessstudio sowie den Proben im Theater hat sich der Umfang meines Armes etwas vergrößert.

Deswegen habe ich jetzt den Ratschlag meiner Physiotherapeutin angenommen, präventiv ein Kompressionsstrumpf für den Arm zu tragen. Morgen habe ich ein Termin bei meiner Ansprechpartnerin im Sanitätshaus des Vertrauens. Dort wird erst einmal mein Arm ausgemessen, die Haut begutachtet und der passende Stoff ausgesucht. Ich hoffe dann auch eine coole Farbe zu bekommen. Batik war letztes Jahr wohl sehr IN und da hab ich tatsächlich einen Schwarzen Kompressionsstrumpf mit weißem Batik-Muster am Ellenbogen gesehen! Fand ich richtig cool. Das war der Moment als ich mich mit einem Lymphodem „anfreunden“ konnte.

Ich warte nicht darauf, dass mein Arm noch mehr anschwillt und unangenehm wird. Ich werde meinen Strumpf dann bei Bedarf zu meinem Training und den Proben anziehen. Ich ertappe mich nämlich häufig dabei, meinen Arm zu betasten ob er nun geschwollener ist als vorher. Das nervt mich selbst. Damit ich mich nicht weiterhin verunsichere oder nur halb bei der Sache bin, tue ich das Beste um mich wohl und sicher zu fühlen.

Nymphige Grüße

Eure Onko

 

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6 Antworten zu Lymphe – keine Nymphe!

  1. fraggle99 schreibt:

    Ich durfte ein solches Kompressionsteil letztes Jahr für das Bein nutzen! Und nein, in meinem Fall gab es das irgendwie nicht in stylischen Farben, sondern nur in schwarz. Aber wer will auch schon Kompressionsstrümpfe in pink oder mint!? 🙂 Es war jeden Morgen ein mordsmäßiger Akt, dieses Teil überhaupt angezogen zu kriegen. 🙂

    Aber es hilft, insofern hoffe ich, dass das mit dem Anziehen bei Dir einfacher verläuft! 🙂

    Weiterhin alles Gute!

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    • onkobitch schreibt:

      Hey, Danke für deinen Einblick. Ja, ich habe schon irgendwie den Eindruck gemacht, dass Kompressionssachen schwierig anzuziehen sind. Von daher bin ich gespannt, wie es dann bei mir klappt. ^^ Du musst den Strumpf nicht mehr tragen? Ich werde auf jedenfall über meine Strapazen berichten :D. lg

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      • fraggle99 schreibt:

        Na ja, manchmal müsste ich, und bin zu faul, mir diese morgendliche Tortur zu anzutun! 😉 Aber nach einer Weile mit den Dingern und regelmäßigem Einsatz meines Fußfahrrades hat sich da schon einiges gebessert!

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  2. annesch schreibt:

    Ich habe in einem anderen Kontext, sogenanntes Lipödem, mit Kompression zu tun, und ja, es hilft sehr gut, und ja, man kommt schwierig rein, aber man gewöhnt sich dran… 😉 Ich trage seit Januar Kompression von den Füßen bis zur Taille – sehr hilfreich beim Anziehen sind Gummihandschuhe (man hat besseren Griff und die Fingerspitzen und -knöchel reiben sich nicht wund) – inzwischen gibt es sehr angenehme Handschuhe, die eigentlich aus Stoff sind, aber an der Handfläche und an den Fingerspitzen silikonbesetzt sind, die verwenden sich angenehmer als die Komplett-Gummihandschuhe… 🙂

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    • onkobitch schreibt:

      Hallo Annesch, danke für deinen Eindruck. Ich habe ja noch versucht da was für mich zu bekommen, aber bei mir scheint noch kein bedenkliches Ödem sich zu entwickeln, dass es nötig wird. Manchmal kann zu viel dann auch schaden. 🙂 Es gibt bei dir sicherlich auch verschiedene Farben oder? Ich fand einige richtig cool.

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      • annesch schreibt:

        Hallo Onko, wenn Du noch keine Kompression verschrieben bekommst, aber trotzdem etwas für den Lymphfluss prophylaktisch tun willst, z.B. täglich statt nur bei der MLD – es gibt bestimmte Eigenmassage-Griffe, die den Lymphfluss anregen sollen. Z.B. mit ganz leichten (!) Drückbewegungen in den Schlüsselbeingruben, wo das ganze Lymphsystem in den Schlüsselbeinvenen endet. Die Anregung des Lymphflusses an dieser Mündung regt dann wie bei einer Pumpe den Lymphfluss im ganzen Körper an.
        Mit Armen speziell kenne ich mich nicht so aus, aber es gibt da bestimmt einige Handgriffe/Übungen, die Dir Deine Physiotherapeutin zeigen kann. Ich fand diesen YT-Kanal von einer amerikanischen Physiotherapeutin ganz spannend: https://www.youtube.com/user/massagebyheatherw
        Ja, manche Firmen haben viele Farben, aber meine Kompression ist aus etwas „gröberen“, kompressionsstärkeren Stoff, da gibt es leider nur schwarz, dunkelblau und hautfarben… Ich schau immer ganz neidisch auf die Batik-/Burlington-Muster :-D.

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