Das geht unter die Haut!

Kurz und Knapp:

Ich lasse mich tätowieren!

Leute, ich bin jetzt schon total aufgeregt! So aufgeregt, dass ich es noch nicht mal schaffe einen witzigen Text zu verfassen, der meinen Onko-Flair inne hat. Naja, geht halt nicht immer so wie ich will. Ich kann euch auf jeden Fall schon verraten, dass ich in drei Wochen auf einer Pritsche in Hamburg liegen werde und feine Nadeln in meine Haut jagen lasse.

tattoo-alt

Meine erste Tattoo-Idee

Die Idee zu meinem Tattoo ist gar nicht mal so jung. Bereits mit 17 Jahren habe ich in der Wachstumsphase des Körperschmucktrends, darüber nachgedacht mich tätowieren zu lassen. Das war eine Zeit in der ich mit Dreadlocks durch die Welt zog und meine Erzieherausbildung machte. Ich habe damals nach Tribals gesucht, einige Bilder selbst gemalt und sie dann- Gott sei Dank!- in die Schublade wandern lassen. Ich fand Tattoos, wenn gut gestochen- schon immer faszinierend und machen je nach Motiv und Stelle den Menschen damit attraktiver. Ich habe damals schon daran gearbeitet etwas individuelles für mich zu finden. Die selbst gemalte Skizze hat mich zwar lange begleitet aber nie überzeugt. Die Tattoozeitschriften zeigten mir damals auch nur die Standart-Motive, denen ich bis heute nichts abgewinnen kann.

Man muss dazu sagen, dass die Tattoo-Szene mit ihren Künstlern größer geworden ist. Schwarze Schafe gibt es leider überall und immer noch. Dafür muss man sich eben selber kümmern und nicht das erst beste Tattoostudio auswählen. Und man sollte auch auf den Stil des Künstlers achten. Während die Idee eines Tattoos seinen langjährigen Schlaf genoss, wartete ich auf den bedeutsamen Grund. Ich brauchte diese 100 prozentige Gewissheit und Überzeugung! Ich will ja nicht als Oma bereuen, was ich getan habe.

Dann kam Schakeline! Ja, mit ihr kamen bedeutsame Gedanken über mein Leben. Ich bin echt Dankbar für dieses Wachrütteln. Ich glaube ich habe endlich einen Weg gefunden meinem Leben einen Sinn zu geben und nicht darauf zu warten, dass mein Leben ein Sinn macht. *Ehm*…Zurück zum Thema!

Irgendwo in meinen ersten Beiträgen habe ich, um den Kontrollverlust durch meine Behandlung auszugleichen, erwähnt mich tätowieren zu lassen. Am Anfang war es tatsächlich eine Kurzschlussreaktion. Meine Psychologin würde dies unter dem Sicherheitsgefühl anordnen, das man sucht wenn man plötzlich nicht mehr selber entscheiden kann was mit einem passiert. Doch der Gedanke des Tattoos blieb und wurde immer stärker.

Mit dem Drang meinen Körper neu zu definieren, auf zu werten (hier muss ich tatsächlich noch über meine Selbstwahrnehmung nachdenken), ein anderes Lebensgefühl zu geben und Ausdruck zu verleihen- festigte sich die Idee zu einem Entschluss! Das war vor gut einem halben Jahr. Seit meiner Diagnose hat sich so einiges geändert. Ich warte nicht mehr auf die Dinge- ich habe Gründe für mich gefunden. Natürlich sieht das Tattoo wenn ich älter werde genauso schrumpelig aus wie meine Haut- aber was macht das für ein Unterschied? Gegen das Altern ist man halt nicht geschützt. Ich will aber nicht irgendwann sagen, hätte ich mal! Vielleicht sage ich oh was hab ich nur alles getan :D, dadurch wird aber mein Leben aufregend intensiv und gefüllt.

Jetzt habe ich noch gar nicht verraten was es wird und wohin es kommt!

Ich will mir den rechten Oberarm (gesunde Seite) als ein Sleeve -Tattoo bestechen lassen. Ich finde die Tattoos toll, die aussehen wie ein Ärmel :D. Ich lasse mich also von der Schulter bis zum Ellenbogen erst einmal in schwarze „Farbe“ tünchen. Ob bunte Farbe noch dran kommt weiß ich noch nicht. Hängt dann von dem Bild ab. Ein kleines Motiv kommt für mich nicht in Frage, denn häufig sehen sie aus wie Sticker die man irgendwo auf die Haut gesetzt hat. Sie verschwimmen auch mit dem Alter und die Linien verziehen sich. Außerdem, wenn schon denn schon!

Was soll es werden!?

Vielleicht kennt der ein oder andere den Film „Chihiros Reise ins Zauberland“ von Studio Ghibli. In dem Anime kommen Shikigami (Papier-Geister) vor, sie sehen teilweise aus wie flatternde Vögel im Wind.

In der japanischen moderneren Folklore werden Shikigami zur Bekämpfung von Dämonen verwendet. Mit Magie eingehauchte Papierzettel oder Figuren erwachen zum Leben. Flößt man ihnen aber zu viel Magie ein, dann wenden sie sich auch gerne mal gegen einen.

Meine Krebserkrankung spiegelt das irgendwie wieder. Meine Zellen wenden sich gegen mich. Aber auch die Kraft die aus mir selbst heraus kommt ist enorm. Mein Tattoo zeigt mir einfach was ich in den letzten Monaten alles so durchgemacht habe.

Die Suche nach dem Motiv war gar nicht so einfach. Vor allem weil ich zuerst ein klassisches Japanisches Tattoo wollte, aber leider war mir der Aufwand für eine mögliche Japanreise zu groß. Ein paar Kontakte fließen lassen und ich bin nun an eine klasse Tattoo-Künstlerin geraten, deren Motive mich auch auf Anhieb fasziniert haben. Ich werde fragen ob ich einen Blogbeitrag dann von meinem großen Tag machen kann!

Zuletzt bleibt da natürlich die Frage der Gesundheit. Da gibt es ja auch die Angaben, dass Tattoos Krebs auslösen können. So richtig erforscht ist das noch nicht, zumal Krebs eher in selteneren Fällen eine konkretere Ursache hat. Es gibt auch Farben die Metalle beinhalten, die dann vom Lymphsystem abgetragen werden und sich dann in den Lymphknoten sammeln. In der schwarzen Farbe befinden sich keine Metalle! Ansonsten gehe ich das Risiko ein, was hält mich denn auch, wenn ich sowieso eine genetische Vererbung habe!? Das Risiko erneut Krebs zu bekommen habe ich so oder so. 😀 Da kann ich mir ja das Leben ausfüllen bis es evtl. mich wieder erwischt. Ich will’s ja nicht hoffen aber seien wir mal ehrlich, wer weiß das schon?!

Liebe Grüße

Eure Onko

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2 Antworten zu Das geht unter die Haut!

  1. Heidi schreibt:

    Du machst das richtig. Ich habe das selbe vor, wenn alles gut verheilt ist. Aber dann direkt auf die Narbe quer über die Brust…Ich komme auch aus Hamburg. Zu welchem „Stecher“ gehst Du denn ?
    Liebe Grüße Heidi

    Gefällt 1 Person

    • onkobitch schreibt:

      Hallo Heidi! Ich gehe mal davon aus, da du meinen Folgebericht „Das ging unter die Haut“ gelesen hast. (Hast du ja auch kommentiert) Dort steht jedenfalls die Künstlerin bei der ich war. Auf Facebook findest du auch den ersten Kontakt zu ihr. Ich habe mich vor meinem Termin das OK meiner Ärzte geholt und auch die Gefahr durch ein Lymphodem berücksichtigt (Mir ist das Risiko zu hoch deswegen blieben meine Narben frei). Bei schwarzer Farbe gibt es keine Probleme wegen Metallen, denn dort sind keine enthalten. Solltest du aber gerne ein Tattoo mit Farben haben wollen, dann vergewissere dich, dass das Tattoo nicht der Nachsorge im Wege steht. (Vielleicht hast du dir auch dahingehend all deine Gedanken gemacht) Auf FB kannst du dir auf jedenfall Fotos anschauen und es gibt auch noch ein Freestile Tattoostudio in Harburg das soll auch recht gut sein.
      Lg Onko

      Gefällt mir

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