Bleibt abzuwarten

Ich dachte ja, dass hätten wir hinter uns: Untersuchungen und Diagnoseverfahren um Metastasen und Krebs auszuschließen. Hinter uns, das Warten und Bangen um eine positive Antwort. Aber nein, es wäre ja viel zu schön um wahr zu sein. Es kommt immer etwas anders als man denkt.

Rückblick:

Am Montag war ich erneut bei der Szintigraphie. Mein Freund war wieder bei jeden meiner Behandlungen dabei, sogar eine gute Freundin hat mich begleitet und aufgemuntert. Danke dafür! Ich war so spät dort, dass die Ärzte schon Feierabend hatten als ich fertig war. Ich bin also ohne Befund nach Hause gegangen und es war genauso beschissen wie beim ersten Mal. Ich fühle mich wie die Fliege im Spinnennetz, die hofft, dass die Spinne die kommt nicht so groß ist. Eine Spinne der man evtl. entfleuchen kann oder die sich einfach nur in ihrer Beute geirrt hat. Das Problem an der ganzen Sache ist auch, dass ich jetzt weiß wie es ist eine Krebstherapie zu machen. Ich weiß was es bedeutet. Wissen kann in manchen Situationen total beschissen sein.

Es ist auch wie Schrödingers „Katze im Sack“. So lange man nicht genau sieht was es ist, könnte es alles sein. Von Arthrose über Osteoporose oder Entzündungen und im letzten Fall Metastasen. Alles ist drin und nichts ist sicher. Für einige die mir hier und auch über Twitter folgen, sei erst mal ein Dankeschön gewidmet. Danke für das Daumendrücken und Aufmuntern.

Gestern kam dann der Befund: Die Szinitigraphie hat ausgeschlagen, aber leider erkennt man dadurch nicht ob es sich um Entzündungen handelt oder Metastasen. Es sieht genau gleich aus. Zum einem im Brustbein, wo ich auch Schmerzen habe, dann in der linken Hüfte und im Brustwirbel. Es könnten drei Entzündungsherde sein aber auch Metastasen. Es gibt eine 50/50 Chance. Vielleicht ist es auch beides.

Am Freitag folgt jetzt ein CT um es einzukreisen, wenn es eindeutig ist kriege ich bereits danach vom Arzt eine Antwort, wenn nicht dann wird nur eine Biopsie Gewissheit bringen.

Meine Ärztin hat mich schon bei der Tumorkonferenz mit eingeschaltet. Wenn es Entzündungen sind, wird in Betracht gezogen meine Antihormontherapie mit Trenantone neu zu diskutieren und ggf. abzusetzen. Wenn ich Metastasen habe, dann wird meine nächste Therapie geplant und geguckt, was wann, wie gemacht wird.

Der O-Ton meiner Gyn: „Man stirbt nicht an Metastasen“. War ein kleiner Weckruf aus der Angstspirale. Es gibt gute Therapien. Auch die Betreuung durch die Onkologin hier vor Ort ist gut, die auch auf dem neusten Stand ist.

Es ändert nichts daran, dass (nicht nur) ich derzeit mächtig Angst habe. Vor der Ungewissheit, vor dem Ja und was danach passiert.

Aber wie geschrieben, es ist noch alles drin. Ich kann sogar nachvollziehen woher meine Entzündungen her kommen. Überschätzung des Körpers und Antihormontherapie. Die Frage ist aber kommt es allein daher oder hat es eben andere Ursachen.

Freitag, hoffentlich, wissen wir mehr. Bis dahin werde ich mich jetzt ablenken, mit allem was mir unter die Finger kommt. Ich halte euch auf jedenfall auf dem Laufenden, ich schaffe es nur nicht gleich am Tag, ich muss sehen wie es mir dann geht.

Alles liebe

Eure Onko

 

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7 Antworten zu Bleibt abzuwarten

  1. fraggle schreibt:

    Ich scheute mich, „gefällt mir“ anzuklicken, weil das nichts ist, was einem „gefallen“ kann. Ich drücke aber weiter alle verfügbaren Daumen!

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  2. duese schreibt:

    Oh Shit… das muss ein furchtbares Gefühl sein. 😔 Ich drücke die Daumen für „die Spinne hat sich das Genick gebrochen“ ✊

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  3. Och man! Ich drück dir alle Daumen!

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  4. Vale47 schreibt:

    Ich drück die Daumen

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  5. Eva schreibt:

    Hey. Ich bin erst diese Woche über Twitter auf dich aufmerksam geworden. Gerade jetzt, wo du dich in so einer Situation befindest, wie du sie wahrscheinlich schon viele male hast durchstehen müssen… Bitte verzeih, ich hänge mit dem Lesen noch nach – aber schon nach wenigen Posts (habe bei 2015 ganz vorne angefangen) weiß ich, dass ich alles lesen werde. Wahrscheinlich gibt es gerade keine Worte, die irgendetwas an deiner Situation verbessern würden. Aber ganz offenbar gibt es viele Menschen, die dir diese Worte sagen würden, wenn sie sie kennen würden.
    Alles, alles Gute.

    Gefällt 1 Person

    • onkobitch schreibt:

      Liebe Eva,
      Danke für deine Wünsche! Es ist in solchen Momenten wirklich nicht einfach Worte zu finden. Vor allem wenn man die Person nicht kennt. Ich finde es selbst als Betroffene in bestimmten Situationen ungemein schwierig die richtigen Worte zu äußern. Es ist also OK, so wie es kommt. Die meisten Daumen müssten bis jetzt schon Amputiert werden, oder benötigen eine Wiederbelebungsmaßnahme :D.
      Lass dir Zeit zum Durchlesen 😀 ich stehe jedenfalls nicht mit einer Taschenuhr hier und zähle mit.
      Liebe Grüße
      Onko

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